Weg mit dem Stau: Das Emmental hat neue Hoffnung

Im März entscheidet das bernische Kantonsparlament, ob es 150 bis 280 Millionen Franken für die Verkehrssanierungen im Emmental und im Oberaargau reservieren will.

Autostau in Oberburg. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Leidensdruck in Oberburg ist gross. Jeden Morgen stauen sich die Autos im Ort. Chritian Liechti/SRF

Die bernische Baudirektorin Barbara Egger hat am Dienstagabend im Emmental die neusten Pläne des Kantons für eine Verkehrssanierung im Emmental präsentiert. Zur Diskussion stehen zwei Varianten. Eine mit Umfahrungen und neuen Tunneln und eine, die die bestehende Hauptstrasse saniert. Nach über 40 Jahren Planung zeichnet sich im Emmental eine Lösung der Verkehrsprobleme ab.

  • Die erste Variante beginnt beim Autobahnanschluss Kirchberg. Danach wird die Stadt Burgdorf westlich offen und in Tunnels umfahren. Ebenfalls zum Teil unterirdisch sollen das Dorfzentrum von Oberburg und Hasle umfahren werden.
  • Die zweite Variante heisst «Null +» und beschränkt sich auf die heutige Hauptstrasse. Es gibt keine Umfahrung, dafür neue Unterführungen bei den drei Bahnübergängen Buchmatt, Spital Burgdorf sowie Hasle, Busspuren und Lichtsignalanlagen, die den Verkehr dosieren.

«Der Druck ist mittlerweile so gross, dass uns nichts anderes übrig bleibt, als den Verkehr im Grossraum Burgdorf zu sanieren», erklärte die bernische Verkehrsdirektorin Barbara Egger am Dienstagabend im Emmental vor Vertretern aus Politik und Wirtschaft.

17‘000 bis 21‘000 Fahrzeuge zwängen sich täglich durch die Stadt Burgdorf sowie die beiden Dörfer Oberburg und Hasle. Zum Vergleich: Das sind mehr Fahrzeuge, als täglich durch den Gotthard-Strassentunnel fahren. «Wir haben im Raum Burgdorf bereits den ÖV und den Langsamverkehr ausgebaut, jetzt bleibt uns nichts mehr anderes übrig, als auch Millionen in den Strassenverkehr zu investieren.»

Lange Planung, keine Linderung

Seit über 40 Jahren wollen das Emmental und der Kanton Bern in der Agglomeration Burgdorf die Verkehrsprobleme lösen. In den 1970er-Jahren war es der sogenannte Autobahnzubringer (AZUE), heute die Verkehrssanierung. «Von einem Autobahnzubringer kann längst keine Rede mehr sein», versichert Egger, man müsse viel mehr von einer ausgebauten Kantonsstrasse sprechen.

Mehrere Anläufe sind in den vergangenen 40 Jahren gescheitert. Letztmals 2012, als sich der Bund weigerte, in der Region Burgdorf ein Projekt von 370 Millionen Franken über das Nationalstrassennetz zu finanzieren. Nun versuchen es das Emmental und der Kanton über das Agglomerationsprogramm 2019 bis 2022 des Bundes. Zwölf Gemeinden aus dem Raum Burgdorf verzichten zugunsten der Verkehrssanierung darauf, beim Bund andere Projekte für dieses Programm einzugeben. «Wir setzen alles auf eine Karte, auf eine Umfahrungslösung», sagt die Burgdorfer Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch.

Das Parlament hat das letzte Wort

Welche Variante schliesslich dem Bund fürs Agglomerationsprogramm vorgeschlagen wird, ist noch unklar. Der Kanton behandelt beide Varianten noch gleichwertig. Weil es sich lediglich um Vorprojekte handelt, ist auch noch unklar, wie viel diese kosten werden. Im März entscheidet das bernische Kantonsparlament darüber, ob die Gelder aus dem Investitionsspitzenfonds für die Verkehrssanierungen reserviert werden sollen; maximal für die nächsten sieben Jahre.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 6:32 Uhr)