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Unbeliebtes Putzen: Ein Hotelbesitzer und eine Mitarbeiterin erzählen
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 07.02.2020.
abspielen. Laufzeit 04:19 Minuten.
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Wegen Buchungsplattformen Berner Oberländer Hotels geht das Putzpersonal aus

Im Berner Oberland fehlen den Hotels Personen, die putzen. Die putzen nämlich lieber bei Anbietern von Ferienwohnungen.

In einem neuen Haus beim Bahnhof Interlaken Ost gibt es viele Ferienwohnungen, welche man via diversen Buchungsplattformen im Internet buchen kann. Susan Lerch ist die Geschäftsführerin von Griwarent, einem Unternehmen, das im Berner Oberland Wohnungen vermietet und für Wohnungseigentümer die Vermietung organisiert. Sie zeigt eine Wohnung: Sie ist modern eingerichtet – und sehr sauber.

Zimmer mit Sofa
Legende: Eine Ferienwohnung von Griwarent: Für den Unterhalt und die Reinigung braucht es viele Leute. Thomas Pressmann/SRF

Die Sauberkeit ist keine Selbstverständlichkeit. «Gute Reinigungsleute sind rar», sagt Susan Lerch. Die Suche nach Putzpersonal sei schwierig. Etwa 60 Putzleute braucht sie alleine für die von Griwarent betreuten Wohnungen in Grindelwald an einem Tag. Wenn besonders viele Zimmer oder Wohnungen geputzt werden, müssen auch Büromitarbeiter zum Besen greifen.

Die Gründe für den Mangel

Für Bernard Müller vom lokalen Hotelierverein ist klar, weshalb die Leute immer mehr fehlen: Einerseits läuft es er Tourismusbranche derzeit sehr gut. Zudem gebe es immer mehr Anbieter von Übernachtungsmöglichkeiten – nicht nur Hotels, sondern auch Private. Wohnungen also, welche auf Buchungsplattformen wie Airbnb oder Booking angeboten werden.

Mehr Lohn bringt nicht mehr Leute.
Autor: Bernard MüllerHotelbesitzer

Diese Anbieter würden den traditionellen Betrieben Personal abwerben. «Notabene Leute, die wir ausgebildet haben», sagt Hotelbesitzer Bernard Müller. Ärgert ihn das? «Das gehört zu einem Wettbewerb», sagt er diplomatisch. «Wichtig ist, besser als die Mitbewerber zu sein.» Besser heisst in diesem Fall, attraktiv für potenzielles Personal. Rund 4000 Franken erhalten Reinigungsleute pro Monat für Ihre Arbeit. Bernard Müller glaubt nicht, dass ein höherer Lohn mehr Leute bringen würde.

Susan Lerch, welche für private Wohnungseigentümer Putzpersonal organisiert, widerspricht. «Unsere Löhne sind klar über dem Minimallohn. So sind wir attraktiv und kommen zu gutem Personal.»

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Silke Döding  (Nordlicht)
    Sauber machen ist echt kein Traumjob! Egal wie die Arbeitsbedingungen sind, egal ob mehr bezahlt wird oder genügend Material da ist. Es heisst nun mal jeglichen Dreck anderer weg machen und das finden sehr viele Leute einfach eklig und sind dann lieber ohne Job. Es bleibt schwer Menschen dafür zu gewinnen.
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  • Kommentar von Philipp Moreno  (HOC)
    Faire Löhne und Arbeitsbedingungen machen eine Arbeitsstelle attraktiv, Problem gelöst!(und ja so einfach wäre es bei Reinigungskräften).
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    1. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Es gibt da die Linda Thomas, die hat zwei wundergute Bücher übers Putzen geschrieben. Ob als Privatfrau oder als angestellte Putzfrau/-mann oder als Schule, HotelbetreiberIn sehr inspirierend, Herr Moreno.
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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    "Mehr Lohn bringt nicht mehr Leute." Vielleicht gute und satbile Arbeitsbedinungen? Das Wissen nicht einfach der Willkür der Kunden, der ArbeitgeberInnen ausgesetzt zu sein? UND der Anspruch die Zimmer gut und sorgfältig zu pflegen und nicht einfach zu putzen sind im SInne von Accordarbeit. Menschen, das wird immer klarer, wollen ihre Arbeit gut machen. Es sind oft manageriale Vorstellungen und Vorgaben, die Solches verumnmöglichen.
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