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Westast Biel Runder Tisch beschliesst Marschhalt bei der Umfahrungsplanung

Im Streit um den Bieler Autobahn-Westast ist der Kanton Bern bereit, die laufende Planung des Projekts zu unterbrechen.

Legende: Video Fahrt aufgenommen – Dialog am runden Tisch abspielen. Laufzeit 08:42 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 08.02.2019.

Voraussetzung für die Sistierung des Plangenehmigungsverfahrens ist, dass Gegner und Befürworter den am Freitag aufgenommenen Dialog fortsetzen. Das sagte der Verkehrsexperte Hans Werder am Freitagabend an einem Point de Presse in Nidau. Der frühere Generalsekretär von Bundesrat Moritz Leuenberger leitet den vom Kanton Bern initiierten Runden Tisch. Die Sistierung des laufenden Verfahrens sei eine logische Konsequenz. «Wenn man jetzt nach einer neuen Lösung sucht, hat es keinen Sinn, die bisherige Lösung weiterzuverfolgen.»

Weiteres Vorgehen beschlossen

Vertreter von rund 25 Organisationen und der örtlichen Behörden nahmen an der ersten Sitzung teil. Man sei sich einig gewesen, sagte Werder, dass man in den Dialog eintreten wolle.

Das weitere Vorgehen sieht wie folgt aus: Eine Kerngruppe soll gebildet werden mit je vier Gegnern und Befürwortern sowie Vertreter von Biel und Nidau. Auch ein Verkehrsexperte soll Einsitz nehmen. Der Runde Tisch soll dieses Jahr auch mehrmals zusammengekommen. Er heisst ab sofort «Dialog-Gruppe». An der nächsten Sitzung am 27. Mai sollen die Spielregeln und die Kommunikation fortgesetzt werden.

Hans Werder sagte, er stelle sich vor, dass die Dialog-Gruppe in etwas mehr als einem Jahr einen einvernehmlichen Vorschlag machen könnte. «Es ist aber auch immer möglich, dass wir keine Lösung finden.» Dann müsse man auch den Mut haben, den Abbruch der Übung zu beschliessen.

Die Gegner vom Komitee «Westast so nicht!» freuten sich in einem Communiqué, dass endlich ein erstes Gespräch stattgefunden habe. Ein Konsens für eine stadtverträgliche Lösung sei allerdings noch nicht in Sicht.

Lange Planung, umstrittenes Projekt

Der Westast der Autobahn-Umfahrung sorgt seit langem für hitzige Debatten. Das 2,2 Milliarden Franken teure Ausführungsprojekt sieht vor, dass die A5 an zwei Stellen als offene Autobahn durch die Stadt geführt werden soll. Befürworter halten das für die einzige realistische Lösung zur Bewältigung des Verkehrsaufkommens. Gegner warnen vor einer Verschandelung des Stadtbilds. Sie befürchten überdies, dass nicht weniger, sondern mehr Verkehr in die Stadt gepumpt wird.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli von Känel (uvk)
    Lieber überlegen, wo Autofahrten eingespart oder Autofahrgemeinschaften (v.a.beruflich) gebildet werden können, statt immer mehr Strassen bauen. Auch wenn Umfahrungen an sich dienlich sein können, so ist es so, dass je mehr Strassen gebaut werden, desto mehr Motorvekehr gibt es. Wollen wir Letzteres wirklich?
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  • Kommentar von Alex Terrieur (Imfeld)
    ...das EINE ist die sehr teure Westumfahrung, ABER keiner und niemand denkt/bemerkt was nach dem Vingelztunnel bis La Neuveville geschieht/besteht! Eine geschwindigkeitsschwankende Provinzstrasse mit 3 x beidseitigen Radarstationen, eine topografisch/geologisch problematische Steinschlagstrasse, die nicht einmal zur Autostrasse (nicht Autobahn N5) ausgebaut werden kann, ausser jedes Dorf will dann seinen Tunnel. Ab ans rechte Seeufer, dort schreit man nach Umfahrungen...
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    1. Antwort von Alex Terrieur (Imfeld)
      vom Brügg/Porttunnel nach Ins/Kerzers, dann Auswahl nach Thielle oder Murten! Zwischen Fribourg und Neuchâtel (Luftlinie 48 km) bestehen bereits 3 (drei) fertige Nationalstrassen. Die Bieler murksen den ganzen Verkehr über das gespaltene Tüscherz/Alfermee, Wingereis, Twann und Abgesperrte Lagers und Schafis!!!
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (jolanda)
    Seit 50 Jahren wird geplant, diskutiert, neue Varianten vorgestellt oder Abstimmungen mit Nullerfolg gemacht! Nach diesem laut angekündeten "Runden Tisch", folgt ein weiterer "Marschhalt" (Schubladisierung der Bieler Umfahrungs-Strasse, bzw. Autostrasse)! Trotzdem die Bieler Stadtbevölkerung im stets grösseren Durchgangs (Transit) Verkehr durch die Bieler Strassen arg belastet wird, geht also die Jahrzehntelange Planung weiter! Fazit: Biel weiterhin grossräumig umfahren!
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    1. Antwort von Alex Terrieur (Imfeld)
      ...die Bausünden der 60er Jahre am linken Seeufer, werden auch nach 50 Jahren noch ignoriert oder stillgeschwiegen. Ab Vingelz bis La Neuveville ungeplante Provinzstrasse, oder man kann einfach ohne die erfolgreichen Radar's nicht mehr leben?
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