Wettbewerbskommission nimmt Berner Kiesgeschäft ins Visier

Die Wettbewerbskommission geht nach einem «Bund»-Bericht dem Kiesgeschäft nach. In der Region Bern-Thun herrsche mutmasslich ein Kartell in der Kies- und Deponiebranche, schrieb die Zeitung. Auch der Kanton und die Branche sind alarmiert.

Kieswerk bei Wimmis. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In der Kies- und Deponiebranche funktioniert der Markt nur schlecht. Keystone

Ins Zentrum der Kritik rückt der «Bund» die Kies AG Aaretal (Kaga), deren Verwaltungsräte gleichzeitig Einsitz in sechs Holdings oder Unternehmen derselben Branche haben sollen. Die Marktbeherrschung führe zu künstlichen Preiserhöhungen im Bau. Die Kaga wies die Vorwürfe gegenüber dem «Bund» zurück.

Die Wettbewerbskommission habe den Zeitungsbericht zur Kenntnis genommen und prüfe ihn zunächst auf seine Plausibilität, sagte Rafael Corazza, Direktor des Sekretariats der Weko auf Anfrage. In einem zweiten Schritt wäre eine Vorabklärung in Form einer Marktbeobachtung möglich. Der dritte Schritt wäre die Eröffnung einer Untersuchung.

Auch beim Kanton erregt der Artikel Aufmerksamkeit. «Ich erachte die Vorwürfe als plausibel», sagt Jacques Ganguin, stellvertretender Vorsteher des Amtes für Wasser und Abfall, gegenüber dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF. In der Kies- und Deponiebranche funktioniere der Markt nur schlecht. Auch die Branche selber ist alarmiert. Seit längerem beschäftige man sich mit Marktfragen, sagt Fritz Hurni, vom Kantonalen Kies- und Betonverband. Man werde auch diesen Fall im Vorstand diskutieren.