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Legende: Audio Kritik des «Mouvement autonomiste jurassien» an Bern abspielen. Laufzeit 03:55 Minuten.
Aus Echo der Zeit vom 08.09.2019.
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Wie weiter in der Jura-Frage? «Es drohen wieder Unruhen»

Zwei Jahre nach dem vermeintlichen Anschluss Moutiers an den Kanton Jura machen sich Wut und Frustration breit.

Es ist ein Fest mit Geschichte. Seit 72 Jahren gibt es die Fête du peuple jurassien – ein Volksfest der Separatisten in Delémont. Dieses Jahr war es keine Festausgabe wie jedes Jahr. Denn vor zehn Tagen hat das bernische Verwaltungsgericht jene Abstimmung aufgehoben, bei der sich die bernische Gemeinde Moutier dem Kanton Jura anschliessen wollte.

Zwei Jahre nach dem vermeintlichen Sieg ist der Jubel verflogen. Wut und Frustration machen sich breit – gegenüber Bern, aber vor allem auch gegenüber dem Bund. Moutier soll nie mehr zum Kanton Bern gehören – die berühmt-berüchtigte Separatisten-Truppe Béliers singt es aus voller Kehle beim Einmarsch in das grosse Festzelt im Hof des Schlosses von Delémont.

Wo im Jura gefeiert wird, gehören die Béliers immer noch zum Standardprogramm. Moutier ist allgegenwärtig am Fest in Delémont – auch an der traditionnellen Pressekonferenz des Mouvement Autonomiste Jurassien, der Unabhängigkeitsbewegung.

Die Rede fiel noch etwas härter aus als sonst, vor allem gegenüber dem Bund. Den der hatte die historische Abstimmung begleitet, die nun wegen Unregelmässigkeiten für ungültig erklärt wurde. Das gehe nicht, sagt Pierre-André Comte, Generalsekretär des Mouvement Autonomiste, Jurassien: «Der Bund spielt den Beobachter bei Abstimmungen in Afrika und Asien. Aber ausgerechnet in Moutier klappt das nicht. Das ist inakzeptabel.»

Neue Abstimmung statt Rekurs am Bundesgericht

Aber wie weiter? Ein Rekurs vor Bundesgericht oder gleich eine neue Abstimmung einfordern? Darüber tagte das Mouvement Autonomiste Jurassien am Wochenende und entschied, nichts zu sagen. Die Bevölkerung von Moutier soll entscheiden. Dort ist am kommenden Donnerstagabend eine Versammlung geplant – und die Leute in Moutier sollen sagen, was sie wollen.

Die Separatisten taktieren also. Und die Béliers warnen – wie so viele in Delémont – den Bund. Wenn nun nicht eine erneute Abstimmung folge, dann drohten Unruhen wie früher in der Geschichte der Jura-Frage. «Wenn wir keine demokratische Lösung haben, dann drohen wieder Unruhen. Die Leute sind wirklich wütend», sagt Béliers-Sprecher Jonathan Gosteli.

In Delémont sind viele wütend und enttäuscht. Viele erhoffen sich von einer neuen Abstimmung mehr als von einem Rekurs vor Bundesgericht. Die Jura-Frage flammt also wieder auf, die Unabhängigkeitskämpfer stehen vor schweren Entscheidungen und machen nach der Niederlage vor allem Druck auf den Bund.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von P Gasser  (pasgas)
    Halten wir fest: Die Projurassier waren aufgrund von Wahlbetrug, welcher Nachgewiesen ist, in der Lage die Abstimmung zu gewinnen. Nun wird diese zurecht Annuliert. Dass jetzt ein Aufschrei erfolgt, zeigt ganz eindeutig: Diese Altseparatisten sind vermutlich eine Minderheit und fürchten zurecht, sollte erneut Abgestimmt werden, sie verlieren. Junge Leute in Moutier, stimmt ab. Verbaut eure Zukunft nicht für ein Anliegen alter Männer.
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  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Wunderbar! Zuerst die Abstimmung manipulieren und dann gegen das Gerichtsurteil demonstrieren!
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  • Kommentar von James Klausner  (Harder11)
    Stimm- und Wahlrecht sind in der Schweizerischen Demokratie ein hohes Gut. Man soll auch in der Causa Jura nicht zulassen, dass Abstimmungsbetrug zum Erfolg führt. Mir ist es persönlich völlig egal, zu welchem Kanton das Dörfchen Moutier letztendlich gehören wird, jedoch habe ich grosse Bedenken, wenn das Resultat durch Betrug zustande kommt. Jetzt soll man erst einmal das Bundesgericht bemühen, danach kann man sich wieder auf eine demokratische Abstimmung einigen.
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