«Wirtschaftlich gehts uns schlecht, das schleckt keine Geiss weg»

Was tun mit dem Milliardenvermögen des Kantons Freiburg? Wie wichtig ist die Deutschfreiburger Vertretung im Staatsrat? Zu dieser Frage diskutierten am Dienstag sieben Staatsrats-Kandidatinnen und -Kandidaten an einem Stammtisch.

Rund 100 Interessierte sind der Einladung des Regionaljournals, der SRG Freiburg und der «Freiburger Nachrichten» gefolgt und haben die Diskussion im Restaurant «Zum brennenden Herz» im freiburgischen Rechthalten mitverfolgt. Die Wahl des Ortes – Deutschfreiburg – war kein Zufall: Gleich beide Deutschfreiburger Staatsräte treten bei den Wahlen nicht mehr an.

«Es braucht zwei Deutschfreiburger in der Regierung», sagte die einzige amtierende Staatsrätin in der Runde, Marie Garnier (Grüne) zu Beginn der Diskussion. Und der ebenfalls französischsprachige Stéphane Peiry (SVP) ergänzte, es gehe auch um das Gleichgewicht der Regionen.

«  Es geht auch um das Gleichgewicht der Regionen. »

Stéphane Peiry
SVP

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Freiburger Wahlen '16

Freiburger Wahlen '16

Alle Informationen zu den kantonalen Wahlen vom 6. und 27. November finden Sie im Dossier von SRF.

Für einen «relaxteren Umgang mit beiden Sprachen» plädierte Irène Bernhard (GLP), die vor wenigen Jahren aus Zürich in den Kanton Freiburg gezogen ist. Sie spüre in der Sprachenfrage eher ein Gegeneinander als ein Miteinander. Und Peter Wüthrich (FDP) fand: «Man kann etwas nicht unbedingt besser, weil man Deutschfreiburger ist. Im Idealfall sollte ein Staatsrat sowieso beide Sprachen sprechen.»

Weniger Harmonie herrschte bei der Frage, was der Kanton Freiburg mit seinem Vermögen von gut 1,1 Milliarden Franken machen soll. Jean-François Steiert (SP) gab zu bedenken, dass es Freiburg trotz des Vermögens auf dem Sparbuch wirtschaftlich schlecht gehe.

«  Aus keinem anderen Kanton müssen so viele Junge auswärts einen Job suchen. »

Jean-François Steiert
SP

Und Olivier Curty (CVP) mahnte, dass 1,1 Milliarden weniger seien, als es den Anschein mache. «Das ist etwa so, wie wenn eine Familie mit einem jährlichen Einkommen von 100'000 Franken 30'000 Franken auf dem Sparkonto hätte.» Einig waren sich die Kandidaten, dass es in Freiburg zu wenig Arbeitsplätze gibt.

Unterschiedlich waren wiederum die Rezepte, um neue Unternehmen anzuziehen: Von aktiver Bodenpolitik über eine effizientere Verwaltung bis zu mehr Angebote in den Bereichen Sport und Kultur: «Mit einem attraktiven Kantonszentrum kommen automatisch auch mehr Unternehmen nach Freiburg», sagte Bernadette Mäder-Brülhart (CSP).

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 6:32/17:30 Uhr)