Zu teuer und komplex: Matten schlägt Lehrmittel-Alarm

Die Gemeinde Matten gibt jedes Jahr 105 000 Franken für neue Lehrmittel und die dazugehörende IT-Infrastruktur aus. Das sei zuviel, findet die Gemeinde. Zumal die multimedialen Lehrmittel Schüler und Eltern häufig überfordern würden.

Ein Schüler schreibt in ein Heft. Vor ihm liegt ein Laptop. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: An der Schule Matten lernen die Schüler multimedial. Mireille Guggenbühler / SRF

Bücher, Arbeitshefte, Journale, CDs und DVDs: In und auf den Pulten der Schülerinnen und Schüler von Matten stapelt sich das Lernmaterial. Nebst den klassischen Aufgaben in Büchern und Heften lösen die Schülerinnen und Schüler vermehrt auch Aufgaben, zu welchen sie online Zugang finden müssen. Dafür brauchen sie die nötige Infrastruktur. Und das nötige Wissen.

Kosten sind stark angestiegen

Für die Bereitstellung dieser Infrastruktur muss die Gemeinde tief in die Tasche greifen. Matten beispielsweise gibt jährlich 105'000 Franken für Lehrmittel und Computer aus. Weil diese Kosten in den letzten Jahren stark angestiegen sind, hat sich die Gemeinde zusammen mit 16 anderen Gemeinden beim Kanton beschwert.

Für die richtige Nutzung der Lehrmittel und der IT-Infrastruktur, dafür ist die Schule verantwortlich. Doch: Die Komplexität heutiger Lehrmittel überfordert schwächere Schülerinnen und Schüler, wie der Schulleiter von Matten, Jost von Allmen, gegenüber dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» sagt. Zunehmend fühlten sich auch Eltern von den Lehrmitteln überfordert: «Es gibt Eltern, welche die Übersicht über die verschiedenen Online-Zugänge zu den Lehrmitteln verloren haben und ihren Kindern deswegen kaum mehr bei den Hausaufgaben helfen können.»

Persönlich würde dem Schulleiter von Matten eine Vereinfachung der Lehrmittel vorschweben: «Ein einziger Online-Zugang zu den verschiedenen digitalen Lehrmitteln würde vieles erleichtern».

Für die Kritik an den Kosten und der Komplexität der Lehrmittel hat man beim Kanton Verständnis. Mit verschiedenen Ideen möchten die Verantwortlichen die Probleme lösen. Eine Idee davon: Eltern sollen sich vermehrt finanziell an der IT-Infrastruktur der Schulen beteiligen.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)