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Zukunft Flughafen Bern-Belp Verwaltungsratspräsident Brechbühl stellt die Schicksalsfrage

Nach dem Skywork-Grounding fragt der Flughafen: Was ist es dem Kanton wert, von Bern aus zu fliegen?

Flughafen Bern-Belp mit Kleinflugzeugen und Geschäftsflugzeugen.
Legende: Der Flughafen Bern-Belp steht vor einer ungewissen Zukunft. Christian Strübin/SRF

Mit dem Grounding der Regionalfluggesellschaft Skywork am 29. August 2018 hat der Flughafen Bern von einem Tag auf den anderen den Hauptkunden verloren. Ein Drittel des Umsatzes und 60 Prozent der Flüge fallen weg.

Zudem hinterlässt Skywork beim Flughafen offene Rechnungen in Millionenhöhe.

Leere Flughafen-Halle in Bern-Belp.
Legende: Der verwaiste Terminal in Bern-Belp am Tag nach dem Grounding der Skywork. Christian Strübin/SRF

Jetzt hat die Flughafen Bern AG mit einschneidenden Massnahmen reagiert:

  • Investitionen zum Beispiel in einen weiteren Ausbauschritt des Airports sind auf Eis gelegt.
  • Es gibt ein Sparprogramm und für einen Teil des Betriebs Kurzarbeit.
  • 10 Stellen fallen weg, fünf davon sind Entlassungen.

«In einer solchen Situation ist es wichtig, die Liquidität aufrecht zu erhalten, damit wir Löhne zahlen und unseren Verpflichtungen nachkommen können», sagt Verwaltungsratspräsident Beat Brechbühl.

Der Kanton muss die Frage beantworten: Was ist es ihm wert, ab Belp fliegen zu können?
Autor: Beat BrechbühlVerwaltungsratspräsident Flughafen Bern AG

Gleichzeitig sei man auf der schwierigen Suche nach neuen Kunden. Also Airlines, die Belp anfliegen. «Es ist das Ende einer Linienfluggesellschaft, die in Bern angesiedelt ist», so Brechbühl. Der Markt müsse zeigen, was in Bern möglich ist. Man sei bereit, das Geschäftsmodell anzupassen. «Aber es muss sich für den Flughafen wie für die Fluggesellschaft lohnen.»

Bern muss sich entscheiden – für oder wider den Flugbetrieb

Für Beat Brechbühl geht es allerdings um mehr, nämlich um die Zukunft des Berner Airports. Und da lanciert der Verwaltungsratspräsident des Flughafens die Diskussion um öffentliches Geld neu: «Die Bevölkerung, der Kanton müssen sich entscheiden: Wollen wir ab Bern fliegen oder nicht und was ist es uns wert?»

Da müsse der Kanton allenfalls eine Abgeltung für den Service Public leisten, sagt Brechbühl und vergleicht dies mit den Kantonsbeiträgen an die BLS-Kursschifffahrt auf dem Thunersee. Dass die Geldgeber aus der Wirtschaft jeden Flug subventionieren wie bisher, sei nicht nachhaltig.

Er weist allerdings darauf hin, dass man nicht nur ein bisschen weniger Flughafen haben könne. «Da geht es darum, Konsequenzen zu tragen, die schwerwiegend sind.»

Kanton reagiert zurückhaltend

Für Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann kommt die Forderung nach öffentlichem Geld für den Flughafenbetrieb nicht überraschend. «Bisher hat der Kanton Beiträge an Investitionen geleistet, nicht aber an den Betrieb. Dafür fehlt die Rechtsgrundlage.»

Ammann schliesst allerdings nicht aus, dass sich die Regierung nochmals mit dieser Frage auseinandersetzen muss. Denn die Ausgangslage für den Flughafen habe sich dramatisch verändert.

Dass der Flughafen keine Zukunft mehr habe, kann er sich nicht vorstellen. Auch ein Abbau zu einem Kleinbetrieb wäre für ihn «ein worst case und ein sehr schlechtes Signal für den Kanton Bern.»

SRF 1, Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr; strc;kocm

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9 Kommentare

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  • Kommentar von b. glaset (glaset)
    Jawohl sofort Staatsgelder hinschicken! Das hilft!!
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  • Kommentar von Roland Gadient (Roland Gadient)
    Bern liegt zu nahe bei den Fluhäfen Zürich und Genf und hat somit keine Zukunft, denn die Bahnverbindungen zu diesen Fluhäfen von und nach Bern sind sehr gut ausgebaut und die Zukunft sieht noch besser aus, darum lohnt es sich nicht von und nach Bern ab und dorthin zu fliegen.
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Das ist richtig. Ich bin insgesamt vielleicht 2x ab Bern geflogen. Jedes Mal war es eine Destination die anders nicht so einfach angeflogen werden konnte. Also: Entweder hat man ein Business Modell das funktioniert, mit Destinationen die ziehen, und die nicht ohne weiteres ab ZRH, BSL oder Genf angeflogen werden können, oder eben nicht. Geld vom Kanton ändert hier gar nichts.
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  • Kommentar von David Howald (David Howald)
    Zürich entlasten, Bern fördern. ZRH ist seit Jahren massiv am Anschlag. Daher macht es durchaus Sinn Linien ab Bern anzubieten. Vielleicht nicht als Home-Carrier... weiter ist der Charter-Verkehr in BRN bisher sehr gut ausgelastet und entlastet dadurch die Landesflughäfen. Hoffentlich springt flybmi, Adria, Peoples, Helvetic oder KLM in die Bresche. Denn fliegen über die Bundesstadt ist einzigartig und mit maximalen Komfort verbunden. Drücken wir die Daumen.
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    1. Antwort von Roland Gadient (Roland Gadient)
      Nichts gegen Illusionen, aber sie sollten realistisch sein, träume sind halt schäume, Zürich und Genf ev. Basel sind halt die Leader im Fluggeschäft, ob sie daran ersticken ist ihr Problem. Der Bund hat es halt verschlafen einen grossen Internationalen Flughafen im Bielerbecken, für die ganze Schweiz zu bauen, das wäre die Lösung. Dies verhindern die Kantonsregierungen Zürich und Genf mit allen Mittel und investieren in ihre Flughäfen was das Zeug hält um ein Präjudiz zu schaffen, no return.
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    2. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Mit dem Regio-Flughof Belp den Int. Flughafen entlasten? Da ist jemandem der Finger an den Tasten ausgerutscht.
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