Zum Inhalt springen

Header

Audio
Asmerom Eyobe und Karin Jenni sprechen über den Zvieri-Treff
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 23.10.2019.
abspielen. Laufzeit 06:23 Minuten.
Inhalt

Zvieri-Treff in Biel Wo Sans-Papiers Hilfe erhalten

Sie sind illegal in der Schweiz, leben in ständiger Angst, abgeschoben zu werden. In Biel finden sie eine Ruheoase.

Asmerom Eyobe lebt seit sieben Jahren in der Schweiz. Illegal. Zweimal wird der Äthiopier von der Polizei kontrolliert – muss Bussen bezahlen. Einen Anwalt kann er sich nicht leisten, darum sucht er Hilfe am Zvieri-Treff für Sans-Papiers in Biel.

Ein grosser Tisch mit vielen Stühlen und Kaffeetassen darauf
Legende: Jeden Mittwoch gibt es Kaffee, Tee und Pizza für Sans-Papiers. Marielle Gygax/SRF

Asmerom Eyobe ist einer von über 1'400 Leuten, die im letzten Jahr den Zvieri-Treff bei der Heilsarmee an der Dufourstrasse in Biel besuchten. Den Treffpunkt gibt es seit zehn Jahren jeden Mittwochnachmittag. Rund zehn Freiwillige der Heilsarmee tauschen sich mit den Sans-Papiers aus, trinken mit ihnen Kaffee, basteln mit ihren Kindern. Die Sans-Papiers haben auch die Möglichkeit, sich Informationen zu holen oder beraten zu lassen.

Wir würden gerne oft mehr helfen. Die rechtliche Situation lässt jedoch nicht alles zu.
Autor: Karin JenniBeratungsstelle für Sans-Papiers

Oft würden vermeintlich kleine Hilfen viel bewirken, sagt Karin Jenni von der Beratungsstelle für Sans-Papiers. Die Beratungsstelle Bern hilft den Sans-Papiers beispielsweise, eine Krankenkasse zu finden, eine Prämienverbilligung zu beantragen oder die Kinder in die Schule zu schicken. Und natürlich, eine Aufenthaltsbewilligung zu erhalten.

Rechte der Sans-Papiers

Menschen ohne Aufenthaltsbewilligung sind illegal in der Schweiz. Trotzdem haben sie Rechte. So haben sie beispielsweise das Recht auf die AHV, auf eine Krankenversicherung oder ihre Kinder dürfen die Schule besuchen.

Die Beratungsstelle für Sans-Papiers darf Personen ohne rechtmässigen Aufenthalt helfen im Sinne von Beratung, schreibt das Amt für Migration auf Anfrage. Es mache auch Sinn, wenn die Beratungsstelle betroffene Personen berät, eine Härtefallbewilligung zu beantragen.

Die Berater des Zvieri-Treffs haben auch Asmerom Eyobe geholfen. Sie haben mit den Behörden abgemacht, dass er seine Bussen in Raten abzahlen kann. Sie haben ihm auch geholfen, sein heute zweijähriges Kind anzuerkennen. Dank der Beratung erhielt er vor einigen Monaten eine Aufenthaltsbewilligung F für vorläufig Aufgenommene.

Ich kann nun arbeiten und mit meiner Familie zusammenleben. Ich bin glücklich.
Autor: Asmerom Eyobeholt sich Hilfe im Zvieri-Treff

Asmerom Eyobe muss nun nicht mehr in der Kollektivunterkunft in Tramelan leben, sondern kann bei seiner Familie in Biel bleiben. Er hat bereits ein nächstes Projekt ins Auge gefasst. Gemeinsam mit Kollegen möchte er in Biel ein Restaurant eröffnen, in dem Leute wie Sans-Papiers, die nur wenig Geld haben, gut und günstig essen können. Dafür sucht er sich weiterhin Hilfe beim Zvieri-Treff in Biel.

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    Biel sei (schon lange) die "Zukunfts-Stadt". Wenn sich in dieser multikulturellen Stadt am Bielersee, immer mehr falschhumanistische "Wohlfahrts"-Anbieter nur noch Ausländern(innen), Asylanten und jetzt noch den Papierlosen solche Gratis-Plattformen anbieten, ist das für Menschen, die 50 Jahre lang gearbeitet, Steuern und Prämien in die Sozialwerke eingezahlt haben, eine neue "Ohrfeige" ins Gesicht! Da kann man froh sein, schon zu den alten Gruftis, ohne Bieler "Zukunfts-Modelle", zu gehören!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Jürg Brauchli  (Rondra)
    "Sans Papiers". Ja genau, aber clever gemacht..
    Ablehnen den Kommentar ablehnen