90 Churer Hobbygärtner verlieren ihren Garten

Wegen Gift im Boden verlieren 90 Hobbygärtner in Chur ihren geliebten Schrebergarten. Auf dem Areal des ehemaligen Gaswerks hat die Stadt Teerrückstände gefunden. Das Gebiet wird nun saniert.

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Bildlegende: Die betroffenen Schrebergärten im Churer Rheinquartier müssen saniert werden. Keystone

Entdeckt wurde die Verschmutzung auf dem Areal Altes Gaswerk beim Neubau einer öffentlichen WC-Anlage, wie die Stadt Chur am Donnerstag mitteilte. Teer-Rückstände waren bei Grabarbeiten zum Vorschein gekommen. Es stellte sich heraus, dass im Boden Überreste des Gaswerkes liegen, das bis in die Mitte der 1970er-Jahre auf dem Gelände stand.

Die Industrieruine war mit einem Meter Erde zugeschüttet worden. Betroffen ist eine Fläche von rund 8500 Quadratmetern, was etwas mehr als einem Fussballfeld entspricht. Im Altlastenkataster des Kantons war das Areal nicht verzeichnet.

Eine unmittelbare Gesundheitsgefährdung habe für die Hobbygärtner nicht bestanden. Auch das Grundwasser sei nicht kontaminiert worden, hiess es bei der Stadt Chur. Für die Mieter der Gärten sucht die Stadt nun eine Alternative. Das werde aber nicht einfach, sagt Stadtpräsident Urs Marti, die Stadt verfüge kaum über Landreserven.