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Viele Emotionen, wenig Fakten
Aus Regionaljournal Graubünden vom 26.05.2020.
abspielen. Laufzeit 09:18 Minuten.
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Alarmstimmung in der Surselva Der Wolf soll es auf Mutterkühe abgesehen haben

Die Bauern sagen, Wölfe würden Mutterkühe attackieren. Nun sollen Beweise gesammelt werden.

Es brodelt bei den Bauern in der Region Obersaxen im Kanton Graubünden. Die Mutterkühe in der Region seien unruhig, panisch – auch gegenüber Menschen, sagen die Bauern. Schuld daran könnte der Wolf sein. Fachleute halten das grundsätzlich für möglich, bewiesen sei aber nichts.

Und darum sucht jetzt eine Projektgruppe vom Bundesamt für Umwelt nach Beweisen. Die Kühe sollen mit einem GPS-Sender ausgestattet werden. «Anhand dieser Daten können wir dann ungewöhnliche Reaktionen der Herde feststellen», sagt Heinz Feldmann, Leiter der Projektgruppe.

Es braucht jetzt eine massive Regulierung.
Autor: Gionin CaduffBauer Vattiz

Bauer Gionin Caduff hält das für «Gugus». Wenn er am Morgen in den Stall gehe, merke er ganz genau, ob die Kühe von einem Wolf gestört worden seien oder nicht. Für ihn gibt es jetzt nur eine wirksame Massnahme: den Abschuss. Denn panische Mutterkühe könnten seiner Ansicht nach auch aggressiv auf Wanderer reagieren.

Wanderer könnten von Kühen angegriffen werden

Der Bündner Jagdinspektor Adrian Arquint hat ein gewisses Verständnis für den Unmut der Bauern. Das geltende Jagdgesetz erlaube aber keine Wolfsabschüsse, solange nur wenige Tiere gerissen werden. Bekannt sind ihm aktuell drei Wolfsattacken auf Mutterkuhherden in der Region.

Keine Abschüsse. Das ist eine Hiobsbotschaft für die Bauern in der Region Obersaxen.

Untersuchung soll schnellstmöglich starten

Heinz Feldmann kann diese Ängste nachvollziehen. Deshalb will er jetzt mit seiner Gruppe so schnell wie möglich klären, wie stark die Wölfe die Mutterkühe beunruhigen. Erste Analysen seien nächste Woche geplant. Ziel ist laut Feldmann, diesen Sommer im Feld zu arbeiten.

Regionaljournal Graubünden; 17:30 Uhr.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Kurt Anliker  (Schafhirt)
    Schlecht sozialisiertes Rindvieh (und Mutterkühe sind weniger sozialisiert) reagieren auf alles Fremde panisch. Wenn sie einmal in Rage gekommen sind, dann dauert es eine gute Weile bis sie sich beruhigt haben. Wanderwege führen in der ganzen Schweiz durch Viehweiden (Rindvieh, Pferde, Schafe, Ziegen) und das ist für beide Seiten - Mensch+Tier - oftmals ein Problem. Dass jetzt genau die paar Wölfe als Sündenbock herhalten müssen ist bei einfacher Denkweise nachvollziehbar, aber nicht fair.
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  • Kommentar von Béat Studer  (Tintin)
    Beat Stocker: Kommt noch dazu, dass Kühe früher noch spitze Hörner besassen um sich erfolgreich zu wehren. Das waren noch Zeiten.
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  • Kommentar von Robert Löpfe  (loerobe)
    Ich finde es nicht einfach. Auf der einen Seite finde ich, wir müssen uns mit dem Wolf arrangieren. Aber wer möchte beim Joggen im Bergwald einer Gruppe von Wölfen begegnen?
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    1. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Wer will schon beim joggen in der Einsamkeit einem Menschen mit bösartigen Absichten begegnen? Diese Situation ist wesentlich wahrscheinlicher, denn Wölfe suchen normalerweise nicht die Nähe zum Menschen und halten Abstand. Man muss sie gezielt suchen oder anlocken. Ich bin in Nordamerika schon Wölfen, Bären und anderen Raubtieren in freier Wildbahn begegnet und Probleme gab es nur, wenn ich mich falsch verhalten habe. Das sind keine mordlustigen Bestien.
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