Herkunft von Wein Anpassung der Weinkontrollen stösst auf Kritik

Vor drei Jahren sorgte der Fall eines Walliser Winzers für viele Diskussionen. Ihm wurde damals vorgeworfen, seinen Wein mit billigeren Trauben gestreckt zu haben. Eine Verurteilung gab es nie. Aufgrund dieses Falles will das Bundesamt für Landwirtschaft nun die Herkunftskontrolle verbessern.

Georg Fromm ist Winzer in der Bündner Herrschaft und Präsident des Branchenverbands Graubünden Wein. Er bemängelt, dass der Bund wegen eines Falles im Wallis auch in Graubünden das Kontrollregime anpassen will – das sei übertrieben:

«  In der Deutschschweiz funktionieren die Kontrollen bereits. »

Georg Fromm
Winzer und Präsident Graubünden Wein

Das bestätigt Manuel Boss vom Bundesamt für Landwirtschaft. Vor allem bei der Herkunftskontrolle in der Romandie gebe es Nachholbedarf. Das Ziel der Anpassungen sei, überall in der Schweiz einfacher nachverfolgen zu können, aus welchem Rebberg eine Flasche Wein komme. Die Kontrollen sollten grundsätzlich gleich ablaufen wie heute, «die Weinbauern sollten von den Anpassungen eigentlich kaum etwas spüren».

Die Anpassungen zielten vor allem auf die Behörden und Kontrollstellen, so Boss. So soll der Wein-Inspektor unter anderem neu auch die Möglichkeit haben, einen Blick auf das Geld und damit die Buchhaltung zu werfen oder für chemische Analysen Proben zu nehmen.

«  Die Weinbauern sollten von den Anpassungen eigentlich kaum etwas spüren. »

Manuel Boss
Bundesamt für Landwirtschaft

Trotzdem – Graubünden Wein befürchtet wegen des aktuellen Vorschlags des Bundes vor allem mehr Bürokratie, das teilte der Branchenverband gestern anlässlich einer Versammlung mit.

Im Moment ist noch nichts in Stein gemeisselt. Noch bis am 12. Mai können Betroffene ihre Kritik und Vorschläge zu der neuen Weinverordnung an den Bund schicken.