Auch wegen der Jagd hält Graubünden an Pilzschonzeit fest

Am Plantahof werden diese Woche Pilzkontrolleure für die ganze Deutschschweiz ausgebildet. Ein Thema in der Ausbildung sind auch die Schonzeiten für Pilze. In vielen Kantonen wurden diese abgeschafft. Graubünden aber hält daran fest. Ein Grund ist die Jagd.

Ein Pilzler an der Arbeit Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Achtung Pilzverbot: In Graubünden gilt die Schonzeit vom ersten bis am zehnten des Monates. SRF

Früher ging man davon aus, dass Pilzschontage gut sind für die Pilze. Man dachte, dank dem Verbot hätten die Pilze genügend Zeit um nachzuwachsen, und um sich zu vermehren.

Heute sagt Hugo Ritter, Präsident der Deutschschweizer Pilzkontrolleure: «Diese Massnahmen greifen nicht, das haben Langzeitstudien gezeigt.» Aufgrund der aktuellen Erkenntnisse sei die Schonzeit für die Pilze in vielen Kantonen abgeschafft worden.

Graubünden hält an Schonzeit fest

Nicht so in Graubünden. Auch hier hat sich die Politik mehrfach mit dem Verbot beschäftigt. Doch die Regierung möchte am Verbot festhalten. Auf Anfrage heisst es beim zuständigen Amt für Natur und Umwelt. Man anerkenne die Studienresultate durchaus.

Doch beim Verbot gehe es nicht nur um die Pilze. Es gehe auch darum, temporär Ruhe in die Wälder zu bringen. Der Leiter der Abteilung Natur und Landschaft, Andreas Cabalzar, sagt es so: «Dank der Schonzeit können gerade jetzt während der Jagd Konflikte zwischen Jägern und Pilzlern verhindert werden».