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Blick auf Münstertal
Legende: Dieses Tal darf nicht mehr mit dem Unesco-Label werben. zvg
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Graubünden Bafu sieht keine Chance mehr für UNESCO-Label

Nach dem Nein von S-chanf und Zernez zu einer Erweiterung des Parkgebietes erfüllt die Region die Vorgaben der UNESCO nicht mehr. Das Bundesamt für Umwelt muss nun einen Bericht an die UNESCO nach Paris schicken. Darin wird sie vorschlagen, dass auf das Label verzichtet wird.

Ein entsprechender Entscheid des zuständigen Unesco-Ausschusses in Paris steht zwar noch aus. Dennoch geht Georg Fallet, Präsident des Biosphärenreservates Val Müstair Parc Naziunal, davon aus, das Unesco-Label zu verlieren. «Wir erfüllen die 2010 von der Unesco gemachten Auflagen nicht», sagte Fallet am Montag auf Anfrage.

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Bafu sieht keine Chance mehr für Unesco-Label (15.06.2015)
02:37 min
abspielen. Laufzeit 02:37 Minuten.

Der Label-Verlust trifft das Münstertal wesentlich härter als den Nationalpark. Während der Nationalpark kaum mit dem Label warb, bedeutete es für das Münstertal ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal unter den schweizerischen Ferienregionen. Nur das Entlebuch wurde von der Unesco ebenfalls als Biosphäre ausgezeichnet.

Das Münstertal hofft nun darauf, sich weiterhin «Biosphäre» nennen zu dürfen - einfach ohne den Zusatz «Unesco». Ob das gelingt, ist laut Fallet völlig offen.

Unesco-Label seit 1979

Der Nationalpark war 1979 zum ersten Unesco Biosphärenreservat der Schweiz erklärt worden. Mitte der 1990er-Jahre verschärfte die Organisation aber ihre Anforderungen.

Neu verlangte die Unesco, dass der Nationalpark als Reservats-Kernzone mit strengstem Naturschutz vollständig umgeben werden müsse von einer Pflegezone mit niedrigen Schutzkriterien. Für die Umsetzung bekam der Park knapp 20 Jahre Zeit.

Der Nationalpark spannte daraufhin mit dem Münstertal zusammen. Das Tal sollte die geforderte Pflegezone bilden. Das neue Gebilde wurde «Unesco Biosfera Val Müstair-Parc Naziunal» getauft. 2010 wurde es von der Unesco mit der Auflage anerkannt, die Pflegezone auf die Unterengadiner Gemeinden S-chanf, Zernez und Scuol zu erweitern.

41 Stimmen gaben den Ausschlag

Die Erweiterungspläne scheiterten am Sonntag an den Abstimmungsurnen von S-chanf und Zernez. Während Scuol überaus deutlich zustimmte, lehnten es die beiden Gemeinden ab, Teil der Pflegezone zu werden. Den Ausschlag gaben zusammengezählt gerademal 41 Stimmen.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von David Roth , Basel
    Es ist schade, dass man es in der Schweiz nicht hinbekommt ursprünglichen Landschaften zu schützen. Erst recht da man weltweit mit Postkartenchlichélandschaften Werbung für sich macht. Leider wird die Realtität dieser Postkartenidylle nicht gerecht.
  • Kommentar von Alex Grossenbacher , Basel
    Der Schweizerische Nationalpark war einer der ersten Parks Europas, damals war man berechtigterweise stolz darauf! Mittlerweile ist die Schweiz ins Sachen Naturschutz vom Ersten auf den Letzten Platz zurück gefallen: sie hat den prozentual kleinsten Anteil an Schutzgebieten in Europa. Welch ein Armutszeugnis für ein Land mit solch einmaliger Landschaft. Aber das ist die Realität - Politik und Wirtschaft haben andere Interessen, da bleibt die Natur schlicht auf der Strecke ...jammerschade!!
  • Kommentar von S. Bachmann , Zürich
    Traurig, dass das schöne Münstertal das lebenswichtige Label verloren hat. Aus diesem Grunde ermahne ich die UNESCO, wenigstens der Brunzhaldenmatt bei Füdlikon das Label zu erteilen! Im Nichtfalle sollte die FIFA diese brisante Angelegenheit vertrauensvoll in die Hand nehmen. Es leben alle Kommissionen H O C H.