Bauen: Zweitwohnungs-Schock lässt nach

In Graubünden lässt der Schock, den die Annahme der Zweitwohnungsinitiative ausgelöst hat, offenbar nach. Der Wohnungsbau zieht wieder an, allerdings noch nicht in den Tourismusregionen.

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Bildlegende: 4900 Personen arbeiteten per Ende Juni im Bündner Bauhauptgewerbe. Die Zahl der Beschäftigten nahm ganz leicht ab. Keystone

Die Bautätigkeit in Graubünden nahm im ersten Semester des laufenden Jahres im Vergleich zum Vorjahr zu, wie aus der veröffentlichten Statistik des Graubündnerischen Baumeisterverbandes hervorgeht. Der Verband meldete «ein gutes Niveau».

372 Millionen Franken wurden in den ersten sechs Monaten insgesamt verbaut, 17 Millionen Franken mehr als im Vorjahr. Der Wohnungsbau wuchs um 3,7 Prozent, der übrige Hochbau um 21 Prozent und der Tiefbau um 1,8 Prozent. Die starke Zunahme im Hochbau führt der Baumeisterverband auf die Grossbaustelle des Kantonsspitals in Chur zurück.

Entwicklung gemäss Prognosen

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Weniger Beschäftigte

Total 4900 Personen arbeiteten per Ende Juni im Bündner Bauhauptgewerbe. Die Zahl der Beschäftigten nahm um lediglich 0,4 Prozent ab. Über mehrere Jahre betrachtet reduzierte sich die Beschäftigtenzahl allerdings kontinuierlich. 2011, im Jahr vor der Abstimmung über die Zweitwohnungsinitiative, arbeiteten 5700 Personen auf dem Bau.

Im Steigen begriffen sind zudem die Auftragseingänge. Mit 558 Millionen Franken übertrafen sie den Vorjahreswert um knapp 16 Prozent. Ausserdem liegen die Arbeitsvorräte um fast 20 Prozent höher als vor Jahresfrist.

«Ambivalente Wahrnehmung einer konsolidierten Nachfrage», titelte der Baumeisterverband seine Mitteilung. Andreas Felix, Geschäftsführer des Baumeisterverbandes, sagte auf Anfrage, wie vom Forschungsinstitut Bakbasel prognostiziert, habe die vom Volk angenommene Zweitwohnungsinitiaitve ihre stärksten Auswirkungen im Jahr 2015 gehabt.

Den Prognosen gemäss sollte der Wohnungsbau wieder langsam wachsen. Es bestünden allerdings enorme Unterschiede, so Andreas Felix. Während für das Bündner Rheintal eine positive Entwicklung zu erwarten sei, herrsche in den Tourismusregionen weitgehend Flaute.