Bergün erhält einen Zwangsverwalter

Die Bündner Regierung setzt einen Regierungskommissär in der Gemeinde Bergün ein. Hintergrund dieser Massnahme bilden Vorwürfe der Geschäftsprüfungskommission an den Gemeindevorstand.

Eine Milchkanne steht in einem Brunnen zur Kühlung. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Idylle trügt: In Bergün brodelt hinter den Kulissen ein Streit zwischen der GPK und dem Gemeinderat. Keystone

Im Zentrum des Streits stehe die Preisanpassung für die Lieferung von Holzschnitzeln an die von der Gemeinde seit vielen Jahren betriebene Fernwärmeanlage, teilte die Regierung mit. Die Aufgabe des Regierungskommissärs übernimmt Rechtsanwalt Thomas Nievergelt aus Samedan.

Nievergelt prüft die Vorwürfe und legt der Kantonsregierung bis Ende Mai einen Bericht über die Abklärungen sowie über die Schlussfolgerungen vor. Es werde danach Aufgabe der Regierung sein, allenfalls Massnahmen zu ergreifen, hiess es.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Regierung auf die Dienste des ehemaligen Gemeindepräsidenten von Samedan zurückgreift. Nievergelt, der das bündnerische Gemeinderecht gut kennt, betätigte sich 2013 im Auftrag der Kantonsregierung schon als Problemlöser in der Gemeinde St. Martin im Valsertal.