Engadiner Extremläufer «Bis zu den Hüften im Wasser»

Roberto Rivola ist vor wenigen Tagen aus Hawaii zuückgekehrt. Dort lief er das Etappenrennen «Mauna to Mauna». 250 Kilometer, die es in sich hatten.

Der Läufer und eine Läuferin während des Rennens. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Roberto Rivola und die in Führung liegende Frau laufen ins Ziel der ersten Etappe ein. ZVG

Sechs Tage, sechs Etappen, 250 Kilometer. Das Rennen «Mauna to Mauna» verlangt den Teilnehmern einiges ab. So auch von Roberto Rivola. Der gebürtige Tessiner arbeitet bei der Oberengadiner Tourismusdestination und läuft seit einigen Jahren solche Ultramarathons.

Läufe, die ihre Spuren hinterlassen. «Abgesehen von Blasen an den Füssen und meinem Knie, das ich auf einem Lavafeld angeschlagen habe, geht es mir aber ganz gut», sagt Rivola kurz nach seiner Rückkehr in die Schweiz.

«  Der Rucksack muss möglichst leicht sein. Ich hatte darum nur ein Paar Ersatzsocken dabei. »

Roberto Rivola
Ultraläufer

An die sechs Tage auf Hawaii erinnert er sich gerne. Auch wenn nicht alles wie geplant verlief: «Zu Beginn wurden wir vor Regenschauern gewarnt. Aus den Schauern wurde aber ein richtiger Sturm, es regnete ununterbrochen. Am zweiten Tag stand ich in einem Regenwald bis zu den Hüften im Wasser.»

Geschlafen haben die Läuferinnen und Läufer unterwegs in Gemeinschaftszelten. Diese Zelte und Trinkwasser war das einzige, das von den Organisatoren gestellt wurde. Alles andere mussten die Teilnehmer im Rucksack bei sich tragen.

Die Leere im Ziel

Deshalb sei es wichtig, das Gewicht gut einzuteilen, so Rivola: «Ich hatte beispielsweise nur ein Paar Ersatzsocken dabei.» Aber auch das Essen müsse möglichst leicht sein: «Bündnerfleisch, Pistazien oder Olivenöl. Ich setze auf Sachen, die leicht, aber trotzdem nahrhaft sind.»

Beendet hat Rivola das sechstägige Etappenrennen in 37 Stunden und 59 Minuten auf dem elften Rang. Und trotz aller Erleichterung, im Ziel habe er auch eine gewisse Leere gespürt: «Plötzlich ist alles vorbei.» Deshalb blickt Rivola bereits nach vorne: «Vielleicht laufe ich im Herbst noch ein Rennen in Bolivien.»