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Tourismus Booking.com: «Es braucht eine europäische Lösung»

Hotels mit einem Vertrag mit einer Buchungsplattform dürfen heute keinen tieferen Preis auf ihrer eigenen Website anbieten. Dagegen regt sich politischer Widerstand. Während der Ständerat über neue Gesetze diskutiert, schlägt der Experte eine europaweite Lösung vor.

Am Dienstag entschied der Ständerat, die Verträge zwischen Buchungsplattformen wie Booking.com oder der Plattform Expedia genauer anzuschauen. Die zuständige Kommission soll abklären, ob es sich um Knebelverträge handelt und ob es neue politische Vorschriften braucht.

Die Hotels müssen die Hoheit über die Preise in den eigenen Händen halten.
Autor: Andreas ZülligPräsident Hotelleriesuisse

Der Blick in die Nachbarländer

Norbert Hörberger ist Tourismusfachmann an der HTW in Chur und hat selber langjährige Erfahrung als Hotelier. Für ihn ist es der falsche Ansatz, nur in der Schweiz neue Vorschriften zu machen.

SRF: Sie kritisieren das Vorgehen des Ständerats, für die Schweiz neue gesetzliche Regeln zu erlassen. Was wäre Ihr Vorschlag?

Norbert Hörburger: Mein Vorschlag wäre, dass man das Problem auf europäischer Ebene löst. Nationale Lösungen helfen zwar, aber eine einheitliche europäische Lösung wäre sinnvoller. In diese Richtung sollten die Überlegungen gehen.

Was wäre der Vorteil?

Der Vorteil liegt darin, dass europaweit agierende Unternehmen überall die gleichen Voraussetzungen antreffen. Dies gilt gleichermassen für Buchungsplattformen wie internationale Hotelketten.

Wie realistisch ist es, eine transnationale Lösung zu finden?

Europa existiert noch, auch wenn man es manchmal nicht meinen würde. Europa dürfte zu mehr fähig sein, als man den Eindruck im Tagesgeschäft hat.

Die Hotelierverbände müssten jetzt das Heft in die Hand nehmen.
Autor: Norbert HörburgerInstitut für Tourismus und Freizeit, HTW

Das Gespräch führte Stefanie Hablützel.

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