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Bündner Baukartellskandal Welche Rolle spielte Ständerat Engler?

Legende: Audio Bündner Baukartellskandal: War Stefan Engler in Absprachen verwickelt? abspielen. Laufzeit 01:55 Minuten.
01:55 min, aus HeuteMorgen vom 24.08.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Bündner Baukartellskandal gerät der ehemalige Baudirektor und heutige Bündner CVP-Ständerat Stefan Engler in den Fokus.
  • Er soll laut Weko in Abmachungen unter Baufirmen verwickelt gewesen sein.
  • Engler weist die Vorwürfe von sich: Er sei nie in Absprachen involviert gewesen.

300 Seiten dick ist der Detailbericht der Wettbewerbskommission über den Bündner Bauskandal, den grössten Baukartell-Skandal der Schweiz. Und auf einigen wenigen Zeilen ist auch ein Fall aus dem Jahre 2007 beschrieben.

Es geht ums Bauprojekt «H27 im Unterengadin». Auftragsvolumen: rund 1,8 Millionen Franken. Damals war Stefan Engler Regierungsrat im Kanton Graubünden. Und laut Weko soll eben dieser Regierungsrat vor der Auftragsvergabe Absprachen mit involvierten Baufirmen getätigt haben.

Engler erstaunt über Erwähnung im Weko-Bericht

Konkret habe ein Unternehmer beim Regierungsrat vorgesprochen. Daraufhin erhielt prompt dieser und nicht der günstigste Anbieter den Auftrag. Und mehr noch: Es sei im Vorfeld auch abgesprochen worden, dass die unterlegene Firma dann keinen Rekurs gegen den Vergabeentscheid mache.

Auf Anfrage von SRF zeigt sich CVP-Ständerat Stefan Engler erstaunt, dass er überhaupt erwähnt wird im Weko-Bericht: «Ich habe mich gefragt, was das soll. Es ist nicht unüblich, dass man als Regierungsrat Briefe, Zuschriften oder Interventionen kriegt.»

Engler will Ergebnisse der PUK abwarten

Mit Interventionen meint Engler ebendiese Kontakte mit Firmen, die für kantonale Bauprojekte offerierten. Solche Kontakte habe es durchaus gegeben, sagt Engler. Er sei aber nie in Absprachen involviert gewesen.

Zum konkreten Fall sagt er nur: «Ich möchte lieber nichts mehr dazu sagen. Ich glaube, dass das Gegenstand der laufenden Abklärungen ist. Dort wird man die Bewandtnis dieser Intervention anschauen müssen.»

Engler spricht hier die PUK an – die Parlamentarische Untersuchungskommission, welche das Bündner Kantonsparlament kürzlich eingesetzt hat. Anders als die Wettbewerbskommission untersucht diese besonders auch die Rolle von Verwaltung und Regierung.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Ein Haufen korrupter in der Bündner Baubranche. Die Gier scheint keine Grenzen zu kennen. Zu wünschen ist, dass alle Beteiligten ihrer gerechten Strafe zu geführt werden und zukünftig die Kontrollen in diesem Gewerbe überwacht werden.
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  • Kommentar von Jürg Brauchli (Rondra)
    Die "Jeder bedient sich" Mentalität nimmt zu. Ich hoffe einfach, dass Alles rauskommt und die korrupten Typen in der Kiste verschwinden. Wobei ich da leider grösste Zweifel habe.
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  • Kommentar von Roland Gadient (Roland Gadient)
    Jetzt kommt man langsam der Sache näher und nicht wie wie die PUK diese Woche meinte die Bevölkerung (Denunziatentum) könne ihr helfen um Licht in diese unrühmliche Angelegenheit zu bringen. Das Problem kann nur über die ehemaligen Baudirektoren, Bau-Kommisionen und den Bauverbänden, gelöst und Licht in den Skandal gebracht werden, nun geht es darum dass die dazumal involvierten Personen Rückgrad zeigen und zur Sache stehen, wie, was da alles gelaufen ist und sich nicht herum und rausreden.
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Naja, das mit dem"Rückgrad" ist so eine Sache....ich glaube eher, jeder versucht seinen Kopf aus der Schlinge zu nehmen;-)
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