Bündner Gemeinde Sufers profitierte von Asylsuchenden

Ein halbes Jahr lang waren insgesamt rund 400 Asysuchende in Militäranlagen in der Bündner Gemeinde Sufers untergebracht. Die Verantwortlichen ziehen eine positive Bilanz. Die Gemeinde profitierte von den Arbeiten, welche die Asylbewerber leisteten.

Medel am Lukmanierpass: Die Asylunterkunft. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Nach den guten Erfahrungen in Sufers sollen in der Asylunterkunft in Medels temporär 100 Asylbewrber wohnen. Keystone

Mitte April schloss das Bundesamt für Migration die Not-Asylunterkunft in Sufers. In der unterirdischen Militär-Unterkunft wurden im letzten halben Jahr total 400 Asylsuchende betreut.

Die Verantwortlichen ziehen eine positive Bilanz. Die Bündner Regierung schreibt, dass die Asylsuchenden auch viele Arbeiten verrichtet hätten. So besserten sie Wanderwege aus, pflegten Weiden und Wälder, stellten Brennholz bereit, räumten Schnee und strichen die Läden des Gemeindehauses.
 

Problemloser Betrieb

Der Betrieb in der Unterkunft, sei  weitgehend problemlos verlaufen, abgesehen von einigen wenigen Fällen von Diebstahl nach der Betriebsaufnahme im Oktober letzten Jahres. Eine Begleitgruppe habe dafür gesorgt, dass schnell mit angemessenen Massnahmen auf die Probleme reagiert worden sei, sagt der zuständige Regierungsrat Christian Rathgeb.

Der Kanton Graubünden konnte während des Betriebs der Unterkunft Rückführungen im Rahmen des Dublinverfahrens direkt ab Sufers durchführen. Im laufenden Jahr bekommt der Kanton Graubünden weniger Asylsuchende zugeteilt. Damit honoriert der Bund die Bereitschaft, Asylsuchende wie in Sufers zu betreuen.

Zweite Unterkunft

Eine zweite Bundesunterkunft für Asylsuchende in Graubünden ist auf dem Lukmanierpass auf Boden der Gemeinde Medel vorgesehen. Diese wird anfang Juni in Betrieb genommen. Sie soll ebenfalls für ein halbes Jahr offen bleiben.