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Graubünden Bündner Touristiker ziehen Kurzarbeit in Betracht

In den Bergen hat die Skisaison, dank Kunstschnee, begonnen. Naturschnee ist bis heute Mangelware. Wegen des Schneemangels haben sich bereits einige Bündner Tourismusbetriebe beim Kanton nach Kurzarbeit erkundigt.

Legende: Video Schneemangel bedrängt Tourismusbranche abspielen. Laufzeit 1:15 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 23.12.2015.

Der fehlende Schnee in den Alpen wird ein Fall für die Arbeitslosenversicherung: «Wir hatten im Dezember verschiedene Anfragen zum Thema wetterbedingte Kundenausfälle», sagt Jörg Guyan, stellvertretender Leiter des kantonalen Amts für Industrie, Gewerbe und Arbeit (KIGA).

Wegen des Schneemangels befürchten verschiedene Betriebe offenbar massive Umsatzeinbussen, durch Kurzarbeit könnte ein Teil der Einbussen aufgefangen werden. Es habe bis heute ein knappes Dutzend Anfragen von Bergbahnen und Restaurants gegeben, sagt Guyan.

Noch mehr Anmeldungen erwartet

«Dies ist deutlich mehr als in den vergangenen zwei Jahren. Da der grosse Schnee noch nicht in Sicht ist, rechne ich, dass diese Zahl noch steigt», erklärt Guyan. Um tatsächlich eine Entschädigung zu erhalten, müssen mehrere Kriterien erfüllt sein.

Unter anderem muss der betroffene Betrieb nachweisen, dass er wegen des Schneemangels einen massiven Umsatzeinbruch erlitten hat. Es handelt sich um das gleiche Prinzip wie bei der Schlechtwetterentschädigung in der Baubranche: Betroffene Betriebe melden Arbeitsausfälle der Arbeitslosenversicherung, welche die Löhne der Angestellten zu 80 Prozent bezahlt.

Für Bergbahnen von Laax kein Thema

Praktisch Vollbeschäftigung herrscht bei der grössten Bündner Bergbahn,
der Weissen Arena in Laax, mit ihren rund 1000 Angestellten. Laut
Bergbahn-Chef Reto Gurtner sind fast alle Transportanlagen in Betrieb.
Doch eingeschränkt wegen des fehlenden Schnees ist das
Pistenangebot. Immerhin erlaubten es die Wetterbedingungen Ende November,
die Schneeanlagen eine gewisse Zeit auf vollen Touren laufen zu lassen,
so dass die Talabfahrt nach Flims hergerichtet werden konnte. «Wir
können aktuell bis zu 12'000 Personen ins Gebiet lassen», sagt Gurtner.
Unter normalen winterlichen Bedingungen verkraftet das Gebiet bis 20'000
Wintersportler.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Leu (tleu)
    Jetzt tritt ein, was die Forschung seit 25 Jahren voraussagt. Vielleicht klingeln jetzt langsam beim hintersten und letzten Klimaleugner die Alarmglocken. Nur ist es zu spät, da wir bereits so viel CO2 in die Atmosphäre gepustet haben, dass die Erwärmung nicht mehr zu stoppen ist. Man kann sie aber noch verlangsamen, wenn man die Pariser Massnahmen sofort global umsetzt. Die Skigebiete kommen aber nicht um eine Neupositionierung herum. Kurzarbeit als Folge des Klimawandels kann's nicht sein.
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  • Kommentar von W. Ineichen (win)
    Das wird wohl den Andermatt-Sawiris aus der ägyptischen Wüste mit seinen gigantistischen Plänen im Urserntal und im Oberalpgebiet gehörig ins Schwitzen bringen. Die ihm applaudierenden Einheimischen auch. Und leider werden bald dutzende ausgediente, hässliche Skiliftanlagen die vormals so herrliche Landschaft verschandeln. Und Wanderer werden ausbleiben.
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  • Kommentar von Walter Schwarb (Walter Schwarb)
    Wie wär's mit umdenken. Wintersport hat in diversen Regionen einfach keine Zukunft mehr, auch mit Schneekanonen ist das nicht zu ändern. Wenn sich die Bedingungen ändern, und das ist nun mal so, dann muss man sich neu orientieren.
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    1. Antwort von Rolf Suter (Rolf_Suter)
      Ja, ein neuer Verkaufsschlager könnte der Sommer sein. In der Höhe ist es kühler und wenn das Klima wärmer wird, dann geht man gern in kühle Gegenden. Ich finde das Toggenburg macht einiges für den Tourismus im Sommer (gute Wanderwege, Klangweg usw.) die könnten ein gutes Beispiel sein.
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