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CEO Graubündner Kantonalbank «Die Veränderungen im Bankwesen waren ein enormer Kraftakt»

Legende: Audio Alois Vinzens: «Die Finanzkrise erforderte einen Kraftakt» abspielen. Laufzeit 08:12 Minuten.
08:12 min, aus Regionaljournal Ostschweiz vom 08.02.2019.

Seit sechzehn Jahren ist Alois Vinzens CEO der Graubündner Kantonalbank. Sechzehn Jahre, in denen sich sehr viel im Bankgeschäft verändert hat. Heute hat er seinen letzten Jahresabschluss vorgestellt.

Alois Vinzens

Alois Vinzens

CEO Graubündner Kantonalbank

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1984 trat Alois Vinzens in die GKB ein. 1997 wurde er Mitglied der Geschäftsleitung. Seit dem 01.02.2003 ist er CEO der GKB. Er übergibt sein Amt per 1. Oktober 2019 an Daniel Fust.

SRF News: Heute haben Sie ihren letzten Jahresabschluss präsentiert, können Sie sich noch an Ihre erste solche Präsentation 2003 vorstellen?

Ja, da kann ich mich noch gut erinnern. Damals habe ich ein Ergebnis präsentiert, für das ich nicht unbedingt verantwortlich war, weil ich es vom Vorgänger übernommen habe. Mit Sicherheit war ich damals nervöser als heute.

Graubündner Kantonalbank 2018 auf Rekordkurs

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Die Graubündner Kantonalbank (GKB) ist 2018 weiter gewachsen und hat ein Rekordergebnis erzielt. Schub entwickelte die erstmals konsolidierte Beteiligung am Vermögensverwalter Albin Kistler. Der operative Geschäftserfolg der GKB lag mit 196,1 Millionen Franken auf dem Niveau des Rekordvorjahres. Der Konzerngewinn verbesserte sich um 2,7 Prozent auf 185,1 Millionen Franken.

Die Kantonalbank ist in den letzten sechzehn Jahren gewachsen, die Bilanzsumme hat sich verdoppelt – andere Kantonalbanken sind in dieser Zeit um die Hälfte gewachsen – was ist der Grund dafür?

Das ist noch schwierig zu sagen. Wir hatten immer eine klare Wachstumsstrategie. Wir sahen, dass wir auch ausserkantonal wachsen müssen, aufgrund der Wirtschaftsstrukturen im Kanton Graubünden. Das hat uns geholfen. Wir haben auch zwei Banken in Zürich erworben, die Bank Bellerive AG und Albin Kistler. Das waren Wachstumstreiber.

Gestiegen ist auch der Gewinn der Bank, dieser hat sich in den letzten 16 Jahren verdreifacht. Allerdings sind seit 2003 auch rund 200 Vollzeitstellen abgebaut worden und auch das Filialnetz ist um einen Drittel geschrumpft. Man könnte auch sagen, die Bündner Kantonalbank hat Abbau betrieben und das sieht halt auf der Gewinnseite gut aus?

Abbau haben wir sicher nicht betrieben. Aber wenn man Filialstrukturen auflöst, die der Kunde nicht mehr wünscht, dann macht man das als Unternehmer richtig. Letztlich müssen wir uns mit der Zeit entwickeln. Wir haben immer noch über fünfzig Filialen im Kanton, was im schweizweiten Vergleich ausserordentlich ist. Und die Stellen, die wir abgebaut haben, sind 120 Informatiker, die wir ausgelagert haben. Da ist die neue Firma Inventx in Chur entstanden.

In den vergangenen sechzehn Jahren hat sich der Bankenplatz Schweiz stark verändert: 2008 die Finanzkrise, das Ende des Bankgeheimnisses für Ausländer. Was hat Sie am meisten beschäftigt?

Die Transformation vom ganzen Finanzplatz Schweiz, weg vom traditionellen Bankgeheimnis in die heutige Compliance Welt. Das war ein enormer Kraftakt, das hat die ganze Bank durchgeschüttelt.

Das war ein enormer Kraftakt, das hat die ganze Bank durchgeschüttelt.

Mit sehr vielen unangenehmen Situationen auch. Ich denke an die Vergleiche mit den USA und Deutschland, aber auch die Bereinigung mit den Kunden, die das Vertrauen in die Banken verloren hatten. Heute sind wir natürlich glücklich, dass wir das geschafft haben.

Das Gespräch führte Silvio Liechti.

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