«Chanter suot las fnestras»: Eine Celeriner Eigenheit

Jeweils am 24. Dezember zieht die Dorfjugend von Celerina durch die Gassen und singt alte Weihnachtslieder. Der Brauch geht auf den Pfarrer Gian Battista Fritschun zurück. Um das Jahr 1760 soll er das Weihnachtssingen auf Kosten des Chalandamarz eingeführt haben.

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Bildlegende: Beim Celeriner Weihnachtssingen wird traditionelle Liedgut zum besten gegeben. SRF

«Höre ich die Lieder heute, bekomme ich fast Gänsehaut», so fasst der 43-Jährige Claudio De Pedrini seine Beziehung zu dem alten Brauch zusammen. De Pedrini wuchs in Celerina auf. Er erinnert sich gerne zurück, als er noch selbst durch die Gassen zog an Heiligabend.

Der Brauch «Chanter suot las fnestras» geht zurück auf den Pfarrer Gian Battista Fritschun. Um 1760 soll er den in seinen Augen zu heidnischen Brauch Chalandamarz abgeschafft haben. Er habe diesen dann durch das Weihnachtssingen ersetzt, sagt Gion Gaudenz. Gaudenz hat sich intensiv mit der Biografie von Fritschun auseinander gesetzt. Mittlerweile ist Chalandamarz auch in Celerina wieder gerne gesehen.

Geblieben ist auch das Weihnachtssingen. «Es werden heute noch die Lieder von Fritschun gesungen», sagt Gaudenz. Jedes Jahr, immer an Heiligabend.