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Graubünden Chur: Neue Sportanlagen trotz Volks-Nein

Die Churer Stadtregierung unternimmt zwei Jahre nach dem «Nein» an der Urne einen weiteren Versuch zur Modernisierung und Ergänzung der fast 50-jährigen städtischen Sportanlagen. Anstatt wie 2014 mit der grossen Kelle anzurichten, sollen die Anlagen nun Schritt für Schritt realisiert werden.

Legende: Audio «Die Pläne des Stadtrats (08.06.2016)» abspielen. Laufzeit 2:30 Minuten.
2:30 min

Der Handlungsbedarf bei der Sportinfrastruktur der Kantonshauptstadt ist angesichts des jahre- bis jahrzehntelangen Stillstands kaum bestritten. Das 2014 zur Abstimmung vorgelegte Gemeindesportanlagenkonzept (Gesak) hatte sich indes als zu grosser Brocken für die stimmberechtigten Steuerzahler erwiesen.

Natürlich haben wir nicht ganz alles neu erfunden.
Autor: Urs MartiStadtpräsident Chur

Für 83 Millionen Franken hatte die Stadt Eissport- und Fussball-Infrastruktur auf ein zeitgemässes Niveau bringen sowie eine multifunktionale Sporthalle bauen wollen. Finanziert werden sollten die Neubauten über eine Steuererhöhung von 5,5 Prozentpunkten.

Fussball hat Priorität

Diesmal will der Stadtrat lieber viele kleine Brötchen backen, wie Stadtpräsident Urs Marti am Mittwoch vor den Medien ausführte. Als erster Schritt wurden in der Oberen Au, wo die Anlagen zentral realisiert werden sollen, Areale für die verschiedenen Sportarten definiert. Damit soll unkontrollierter Sportanlagen-Wildwuchs vermieden werden.

Rund um das städtische Hallenbad «Obere Au» sind im sogenannten Masterplan Zonen reserviert für Fussball, Eissport, Wassersport mit Hallen- und Freibad, Tennis sowie Rollbrett-Sport. Weitere Zonen sind für Messe- und Eventveranstaltungen und für den (bestehenden) Campingplatz reserviert.

Wir haben versucht, günstiger zu werden.
Autor: Urs MartiStadtpräsident Chur

Zudem hat die Stadt eine Priorisierung nach Sportarten festgelegt. Zuerst kommen Fussball und American Football dran mit sieben Feldern und einer Arena, danach der Eisport (Eishalle und Trainingshalle), gefolgt vom Schwimmsport (zweites überdachtes Schwimmbecken). Weiter sollen ein Parkhaus und eine Messehalle gebaut werden.

Beschlüsse bereits Ende Juni

Über den Umfang der Ausbauten sollen in jedem Einzelprojekt das Stadtparlament, und je nach Geschäftsvolumen auch das Volk befinden. Finanziert werden sollen die Anlagen ohne Steuererhöhungen über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren, wie Stadtpräsident Urs Marti erklärte.

Über den Masterplan wird das Stadtparlament schon an seiner nächsten Sitzung in zwei Wochen befinden, ebenso wie über einen Planungskredit von 300'000 Franken. Weitere 75'000 Franken kommen vom Kanton. Bei zustimmenden Beschlüssen behandelt das Parlament sogleich ein erstes Teilprojekt, das eines Kunstrasen-Fussballfeldes für 2,5 Millionen Franken.