«Der Konflikt ist schlimmer als in der Ära Haas»

Über 2000 Menschen haben am Sonntag gegen Bischof Vitus Huonder demonstriert. 1990 gingen die Leute ebenfalls auf die Strasse, damals protestierten sie gegen Bischof Wolfgang Haas. Die Parallelen zur Vergangenheit seien offensichtlich, sagt Urban Fink, er ist Chef der Schweizerischen Kirchenzeitung.

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Bildlegende: Kirchenhistoriker Urban Fink. zvg

Der Unmut gegen den Bischof von Chur ist gross. Mehr als 2000 Menschen haben am Wochenende in St. Gallen gegen die Leitung des Bistums Chur protestiert. Die Gläubigen fordern, dass in Chur ein Verwalter eingesetzt wird. Bischof Vitus Huonder soll entmachtet werden.

Die Kundgebung und die Proteste gegen den Churer Bischof erinnern an die 1990er Jahre. Damals war die Stimmung in der Diözese ebenfalls sehr aufgeheizt. 7000 Menschen protestierten vor dem Churer Bischofssitz gegen ihren Oberhirten. 1997 wurde Bischof Haas von Rom nach Liechtenstein wegbefördert.

«Die Situation heute ist vergleichbar mit der Ära Haas», sagt Urban Fink, Chefredaktor der Schweizerischen Kirchenzeitung gegenüber dem «Regionaljournal Graubünden von SRF1». Die Menschen seien aus den gleichen Gründen auf die Strasse gegangen. «Die Kluft zwischen Bischof und Volk ist sehr gross», bilanziert Fink.

In den 90er Jahren war Urban Fink Sekretär des Zürcher Weihbischofs Peter Henrici. Dieser, Henrici, wurde von Rom zur Beruhigung der Lage im Bistum Chur eingesetzt. «Die Situation im Bistum Chur ist heute noch schlimmer als vor 20 Jahren», sagt Fink. Nachdem Rom die Weihbischöfe eingesetzt habe, sei es etwas ruhiger geworden. Heute sei die Stimmung sehr aufgeheizt, sagt Fink.