Eishockey «Die U20-WM ist die ehrlichste WM»

Der Engadiner Raeto Raffainer ist seit 2015 Direktor der Eishockey-Nationalmannschaften aller Stufen. Am Samstag fliegt er nach Montreal zur Nachwuchs-Weltmeisterschaft.

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Bildlegende: Raeto Raffainer Raeto Raffainer ist seit zwei Jahren Chef der Schweizer Eishockey Nationalmannschaften. Keystone

SRF News: Raeto Raffainer, in den vergangenen Jahren kämpfte die U20-Nationalmannschaft oft gegen den Abstieg. Weshalb reicht es nicht zu mehr?

Raeto Raffainer: Die U20-WM ist die ehrlichste aller Weltmeisterschaften. Hier treffen die besten Nachwuchsspieler aufeinander. Dies im Gegensatz zur WM der Profis, wo die allerbesten Spieler oft fehlen, da sie in der nordamerikanischen NHL noch im Einsatz stehen. Den Top-Nationen hinken wir ganz einfach etwas hinterher.

Aber auch der A-Nationalmannschaft reicht es in den letzten Jahren nur selten bis ins Viertelfinal. Steck die Mannschaft in einer Krise?

Die besten sechs Nationen sind für die Viertelfinals quasi gesetzt. Es passiert eigentlich nie, dass sie vorher ausscheiden. Um die restlichen Plätze streiten sich normalerweise vier Mannschaften. Da braucht es schon eine Spitzenleistung, damit es unter die besten acht reicht.

Sind denn die Erwartungen zu hoch, auch nach dem Gewinn der Silbermedaille vor drei Jahren?

Nein, das denke ich nicht. Eigentlich ist alles möglich, wenn wir es mal in die Viertelfinals schaffen. Dann kann viel passieren und plötzlich steht man in der nächsten Runde. Umgekehrt braucht es auch nicht viel, um gegen vermeintlich schwächere Nationen zu verlieren und die Ziele so zu verpassen.