Drohne misst Dicke der Schneedecke

Die Berechnung der Schneedicke ist in gewissen Gebieten ungenau. Eine Messung an Bord eines Flugzeuges zu teuer. Deshalb haben Forscher des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) die Messung per Drohne getestet.

Forscher des SLF Yves Bühler und Andreas Stoffel Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Yves Bühler und Andreas Stoffel im Einsatz mit der Drohne am Jakobshorn. SRF

Die Schneeforschung stützt sich meist auf Daten automatischer Wetterstationen. Für die Gebiete zwischen den Stationen wird die Schneedicke per Hochrechnung bestimmt, was relativ ungenau ist. Es gibt zwar Alternativen, zum Beispiel Messungen per Laser. Solche Methoden bieten aber vom Boden aus auch nur lückenhafte Daten, wenn das Gelände uneben ist.

Aus der Vogelperspektive, an Bord von bemannten Flugzeugen, ist der Einsatz dieser Messmethoden recht kostspielig. Forscher um Yves Bühler und Andreas Stoffel vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) haben deshalb getestet, ob sich die Schneehöhe grossflächig per Drohne kartieren lässt, wie das Forschungsinstitut mitteilte.

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Messung:

Anhand von Aufnahmen der gleichen Gebiete im Sommer und im Winter liessen sich Modelle ohne Schnee und mit Schnee errechnen. Aus der Höhendifferenz wurde die Schneedicke bestimmt. Parallel wurde die Dicke der Schneedecke manuell gemessen. Der Vergleich ergab, dass die Messung mit der Drohne die Schneehöhe auf Wiesen und Felsen sehr genau wiedergab.

In zwei Testgebieten im Raum Davos liessen die Forscher eine mit Digitalkameras bestückte Versuchsdrohne fliegen: Zum einen in der Sohle des Flüeletals auf 1940 Metern Höhe und auf dem Brämabüel-Gipfel (2500 Meter), wo die Schneedicke innerhalb von nur drei Metern um bis zu fünf Meter variieren kann.

Die Daten, die sich so effizient und kostengünstig auch für grössere Flächen sammeln liessen, könnten beispielsweise helfen zu bestimmen, wo künstliche Lawinenauslösesysteme aufgestellt werden sollten. Auch die Pistenpräparation in Skigebieten liesse sich so optimieren, oder Ressourcenmodelle für Wasserkraft und Hochwasserwarnungen verbessern, wie das SLF schrieb.