«Du bist mein Schellen-Ursli»

Vor 70 Jahren ist das Buch «Schellen-Ursli» erstmals erschienen. Aus diesem Anlass ist in der Kantonsbibliothek in Chur eine Ausstellung zum Kinderbuch zu sehen. Zu entdecken sind auch die Geschichten von Menschen, deren Leben der Schellen-Ursli geprägt hat.

Kinder in traditioneller Kleidung am Chalandamarz Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Hinter dem Schellen-Ursli stecken unzählige wahre Geschichten. Keystone

70 Jahre alt ist die Geschichte von Uorsin, die unter dem Namen «Schellen-Ursli» naional bekannt wurde. Am 15. Oktober startet der Schellen-Ursli-Film in den Kinos. Ein erster Film über die Figur wurde allerdings bereits zu Beginn der 50er-Jahre gedreht, von einer US-Produktionsfirma. Die beiden Kinder, die damals den Uorsin und seine Schwester Flurina spielten, haben zwölf Jahre später geheiratet.

Not Schlegel verkörperte den Schellen-Ursli. Wie er zu dieser Rolle kam, weiss er heute nicht mehr genau. Er vermutet aber, dass er von der Autorin Selina Chönz vorgeschlagen wurde: «Sie sagte immer zu mir, ich sei der Schellen-Ursli.»

Vier Menschen posieren für den Fotografen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Not und Tilly Schlegel mit Kurator Chasper Pult und Fadri Schmidt (v.l.) SRF

Die erste «Plumpa»

Es gibt aber noch einen anderen Anwärter auf den Titel des «echten» Schellen-Ursli. Fadrj Schmidt war der erste Junge, der mit einer ganz grossen Glocke, wie sie Schellen-Ursli trägt, am Chalandamarz teilnahm. Bis dahin waren im Unterengadin vor allem kleinere Glocken verbreitet. Fadrj Schmidt trug seine «Plumpa», bis er fast nicht mehr konnte. Auf den Rat der Mutter, auch die anderen Kinder mittragen zu lassen, hörte er aber nicht.

Der Film mit Not und Tilly Schlegl wurde in den USA als Vorfilm gezeigt. Die beiden haben ihn aber nie gesehen. Heute ist unklar, was mit dem Film geschehen ist.