Ein Holländer befruchtet den Bündner Getreideanbau

Seit über 35 Jahren erforscht Peer Schilperoord den Bündner Ackerbau. Kürzlich wurde er für seine Arbeit mit dem Maag-Preis ausgezeichnet. Aber was macht Schilperoord genau und wie profitieren die Bauern? Der Besuch auf dem Forschungsfeld in Alvaneu.

Der Biologe und Agronom Peer Schilperoord ist in den 80er Jahren in die Schweiz gekommen. In der Surselva hat er auf einem Bauernhof gearbeitet. Er stellte Käse her, später war er Müller und verkaufte das Brot aus Bündner Getreide auf dem Markt.

In diesem Umfeld hat er festgestellt, wie stark der Ackerbau im Kanton zurückgegangen ist. Um Gegenstuer zu geben hat er mit der Erforschung von hunderten von Getreidesorten begonnen.

«  Ich spüre einen gewissen Aufschwung, die Bauern pflanzen wieder Getreide an. Dies stimmt mich zuversichtlich. »

Peer Schilperoord
Biologe

Getreidefeld Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Über 400 Getreidesorten hat Peer Schilperoord gesammelt und dokumentiert. SRF

Ein Schatz für zukünftige Generationen

Seine Arbeit trägt dazu bei, dass der Ackerbau in den Alpen erhalten werden kann. Seine Dokumentation ist von grossem Wert für Bergbauern und Getreidezüchter. Ihnen stehen an die lokalen alpinen Verhältnisse angepasste Getreidelinien zur Verfügung.

Offenbar hat die langjährige Arbeit von Schilperoord Erfolg. Die Bauern pflanzen wieder vermehrt Getreide an.

Einerseits freut sich der Forscher über die Vielfalt. Konsumenten können heute mehr Produkte aus einheimischem Mehl kaufen, andererseits betont er, dass die grössere Vielfalt an Feldern auch ein wichtiger Beitrag an die Biodiversität bedeuten.