Ein Mediator soll im Münstertaler Museums-Streit schlichten

Im letzten Winter wurde die Leiterin des Talmuseums im Münstertal entlassen. Nun wird die Kündigung sistiert. Ein Mediator soll die Probleme nun lösen. Das Museum soll weiterhin eine nationale und internationale Ausrichtung haben, aber auch die Einheimischen wieder anziehen.

Das Museum im Münstertal von aussen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Streit um die Ausrichtung des Museums hat nicht nur das Tal bewegt. RTR

Normalerweise sorgt die Generalversammlung der Chasa Jaura für wenig Aufsehen. Diesmal war es anders. Am 19. März sind 80 Leute nach Valchava gekommen. Unter den Gästen waren Einheimische, aber auch viele Gäste aus dem Unterland und Kulturschaffende. Streitpunkt war die Entlassung der langjährigen Museumsleiterin.

Inge Blaschke erhielt im letzten Winter die Kündigung. In den Medien begründete der Präsident des Museums, Marco Gilly, diese mit der Ausrichtung. Die Deutsche habe das Museum zu einem national und international bekannten Kulturort gemacht. Dabei seien die Wünsche der Einheimischen auf der Strecke geblieben. Sie würden sich nicht mehr wohl fühlen in ihrem eigenen Museum.

Die Kündigung sorgte für einen Sturm der Entrüstung. Künstler und Persönlichkeiten aus der Kultur setzten sich für die langjährige Museumsleiterin ein. An der Generalversammlung der Chasa Jaura wurde nun vereinbart, dass der Vorstand die Kündigung sistiert.

Der Autor und Publizist Alex Bänninger wurde als Mediator eingesetzt. Er sagt: «Die Chasa Jaura muss als Leuchtturm erhalten bleiben. Dieser hat bis heute über den Ofenpass und ins Vinschgau geleuchtet, nun muss er auch im Tal selber noch kräftiger leuchten.»