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Legende: Audio Musikschule ist nicht aus dem Schneider abspielen. Laufzeit 02:10 Minuten.
Aus Regionaljournal Graubünden vom 23.07.2019.
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Geldsorgen nicht behoben Die Probleme der Musikschule Oberengadin werden zum Politikum

Vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass die Musikschule Oberengadin (MSO) in finanzielle Schieflage geraten ist. Daraufhin initiierte der Gemeindepräsident von St. Moritz eine spontane Sammelaktion. Rund um die Eröffnung des bekannten Festival da Jazz habe man 15'500 Franken gesammelt für die Musikschule, sagt Christian Jenny auf Anfrage.

Geld reicht nicht

Auch wenn man sich bei der MSO über die Spende freut, sagt die Schulleiterin Mengia Demarmels auf Anfrage von Radio SRF: «Wir sind nicht aus dem Schneider.»

Wir sind nicht aus dem Schneider.
Autor: Mengia DemarmelsSchulleiterin MSO

Früher hatte die Musikschule finanzielle Beiträge aus der Kasse des Kreises erhalten. Durch die politischen Umstrukturierungen wird nun aber mit jeder Gemeinde eine Leistungsvereinbarung ausgehandelt. «Der Berechnungsschlüssel mit den Gemeinden geht aber nicht auf für uns», sagt Demarmels.

In einem Lesebrief in der «Engadiner Post» schreibt der Präsident der MSO Reto Caflisch, im Schuljahr 2015/16 habe man noch 715'000 Franken bekommen vom Kanton und den Gemeinden. Ein Jahr später seien es nur noch 647'000 Franken gewesen.

Schülerzahl geht zurück

Um über die Runden zu kommen, habe man den Musikschullehrern die Spesen gekürzt und die Tarife für den Unterricht erhöht, ergänzt Schulleiterin Mengia Demarmels gegenüber SRF News.

In der Folge hätten sich nun weniger Kinder für den Unterricht angemeldet. «Während wir im letzten Jahr bis zu 620 Schüler und Schülerinnen hatten, haben sich nun nur noch rund 570 angemeldet.»

Gemeinden sind zurückhaltend

Um diesen Negativtrend abzuwenden, müssten die Gemeinden in die Bresche springen, finden die Verantwortlichen der Musikschule. Der Präsident der Oberengadiner Gemeindepräsidenten, Martin Aebli, reagiert zurückhaltend.

Bis jetzt sind die Verantwortlichen der Musikschule noch nie offiziell auf die Gemeinden zugekommen mit ihrem Problem.
Autor: Martin AebliPräsident der Oberengadiner Gemeindepräsidenten

Bis jetzt seien die Verantwortlichen der Musikschule noch nie offiziell auf die Gemeinden zugekommen mit ihrem Problem. «Im Moment müssen wir uns an die laufenden Leistungsvereinbarungen halten. Wenn diese in zwei Jahren ablaufen, kann man neu verhandeln», sagt Aebli.

Zankapfel Ballettunterricht

Im August wird die Musikschule des Oberengadins auch Thema im Grossen Rat werden. Dort geht es um den Ballettunterricht. Bis 2018 erhielten die Musikschulen Beiträge des Kantons auch für diese Tanzlektionen. Doch mit der Einführung des neuen Kulturförderungsgesetzes wurden diese Subventionen gestrichen.

In einer Antwort im Parlament begründet die Regierung den Entscheid mit der nun fehlenden Rechtsgrundlage. Solche Beiträge seien im neuen Gesetz nicht vorgesehen.

Weil dieser Entscheid auch andere Musikschulen im Kanton betrifft, fordert der St. Moritzer SVP Grossrat Mario Salis, gemeinsam mit Vertretern der anderen Parteien, dass die Regierung den Entscheid rückgängig macht. Ein entsprechenden Auftrag soll in der Augustsession eingereicht werden.

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