Gemeindeverfassung Albula trotz Widerstand genehmigt

Die Bündner Regierung hat die Verfassung der entstehenden Gemeinde Albula/Alvra genehmigt - gegen den Widerstand der rätoromanischen Sprachorganisationen. Der beanstandete Sprachenartikel in der neuen Gemeindeverfassung widerspricht nach Ansicht der Exekutive übergeordnetem Recht nicht.

Luftaufnahme Surava Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Surava (Bild) und Alvaneu gelten als deutschsprachig, die restlichen fünf Gemeinden als romanischsprachig. ZVG

Bei der Fusion im Albulatal gelten die Gemeinden Alvaschein, Brienz, Mon, Stierva und Tiefencastel als romanischsprachig, Alvaneu und Surava als deutschsprachig. Die neue Grossgemeinde Albula/Alvra wird offiziell zweisprachig sein.

Die Sprachorganisationen Lia Rumantscha und die Uniun Rumantscha Grischun Central protestierten im August gegen diese Auslegeordnung und forderten die Regierung auf, die neue Verfassung in dieser Form nicht zu genehmigen. Noch vor einer Generation seien Alvaneu und Surava romanischsprachig gewesen und noch heute spreche ein Drittel der Einwohner Romanisch.

Der Status der beiden Gemeinden müsse zu Gunsten des Romanischen geändert werden, forderten die Sprachverbände. Die Minderheitensprache solle so in der neuen Grossgemeinde auf ein solideres Fundament gestellt werden.

Sprachenwechsel seit langem vollzogen

Die Regierung widerspricht den Organisationen der Rätoromanen. Alvaneu und Surava hätten seit Mitte des 20. Jahrhunderts schrittweise den Wechsel vollzogen von Romanisch als Behörden- und Schulsprache zu Deutsch. Der Schulunterricht finde seit vielen Jahren ausschliesslich in deutscher Sprache statt.