Turm zu Vals Gesucht: Bauplatz für den höchsten Wolkenkratzer Europas

Die 7132 AG evaluiert weitere mögliche Standorte für das geplante Hochhaus in Vals. Das zeigen Recherchen des Regionaljournals. Ende November fand diesbezüglich eine Sitzung mit Vertretern des Kantons statt. Das Projekt wurde erstmals vor zwei Jahren präsentiert und stockt seither.

Das Gerücht machte schon länger die Runde. Im September 2016 berichtete die Zeitung Südostschweiz darüber. «Bauherr Remo Stoffel suche einen neuen Standort für seinen Turm», so höre man aus der Gerüchteküche. Fakten hatte die Zeitung damals keine.

Recherchen des Regionaljournals Graubünden von Radio SRF zeigen jetzt, dass weitere Standorte für das 381 Meter hohe Gebäude abgeklärt werden.

  • Am 24. November 2016 trafen sich Vertreter der 7132 AG mit den Verantwortlichen des Kantons. Ausgangspunkt sei die Evaluation anderer Standort gewesen, so Richard Atzmüller, Leiter Amt für Raumentwicklung.
  • Die beiden Ämter für Raumplanung und Natur und Umwelt hätten verschiedene Information für die Standortevaluation zur Verfügung gestellt wie Bauzonen, Gefahrenplan oder Grundwasserinformationen.
  • Kontaktiert wurde auch der Valser Gemeindepräsident Stefan Schmid. Bezüglich Standort sei ihm bekannt, dass es um das Gebiet ausserhalb und unterhalb des Dorfs gehe.
«  Wenn Klarheit besteht.  »

Peter Hartmeier
Sprecher Remo Stoffel

Diese Informationen nicht kommentieren wollte Peter Hartmeier, Sprecher von Immobilienunternehmer und Thermebesitzer Remo Stoffel. Man arbeite am Projekt und informiere, «wenn Klarheit besteht». Laut Radio Rumantsch hatte Remo Stoffel zu einem früheren Zeitpunkt neue Informationen zum Turmprojekt Ende März angekündigt.

Alter Standort problematisch – neuer Standort fraglich

Karte mit verschiedenen Zonen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In der rot schraffierten Zone gilt absolutes Bauverbot. Blau, dort ist Bauen mit Auflagen erlaubt. Gelb: Bauzone. Regionaler Richtplan Surselva, Amt für Raumentwicklung

Der bisherige Standort gleich neben dem international bekannten Bad ist problematisch. Wie das Regionaljournal Graubünden bereits im Mai 2015 berichtete, befindet sich unterhalb der Therme ein komplexes hydrologisches System. Bereits Sondierbohrungen für das Fundament könnten das Valser Mineralwasser gefährden.

Laut dem Besitzer der Valser Mineralquellen AG, Coca-Cola Schweiz, liegt eine erste kritische Schicht bereits bei 40 Metern.

Wo sich die möglichen Standorte unterhalb des Dorfs befinden, ist unklar. Doch auch dort dürfte es sehr schwierig werden, einen Wolkenkratzer zu errichten. Es hat keine Bauzonen bis zum nächsten Dorf St. Martin. Hinzu kommt, dass sich weite Gebiete in einer roten Gefahrenzone befinden. Bauen ist dort verboten.

SRF1, Regionaljournal Graubünden, 17:30 Uhr