Hansjörg Trachsel benotet sich selber mit 4.5 bis 5

Nach zehn Jahren an der Spitze des Volkswirtschaftsdepartements geht Hansjörg Trachsel in Pension. Im Bilanzgespräch sagt er, warum ihn das Nein zum Rettungspacket für die Grosssägerei mehr getroffen hat als das Olympia-Nein. Er spricht über oberflächliche Politik und seine bevorstehende Weltreise.

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Bildlegende: Hansjörg Trachsel verlässt das Medienhaus in Chur, zum letzten Mal als Regierungsrat SRF

Zehn Jahre lang hat Hansjörg Trachsel das Volkswirtschaftsdepartement geleitet. Welche Note von eins bis sechs gibt er sich selber? Es sei schwierig, sich selber zu beurteilen, sagt der 66-jährige: «Einige wichtige Abstimmungen habe ich verloren. Andere Geschäfte konnte ich ohne grosse Probleme durchbringen. Daher würde ich mir eine 4,5 bis 5 geben für meine Arbeit», sagt Hansjörg Trachsel im Gespräch mit dem «Regionaljournal Graubünden» von Radio SRF.

Trachsel freut sich, dass aus über 100 Kurvereinen einige wenige Tourismusorganisationen geworden sind. Dass es ihm nicht gelungen sei, dem Volk eine Tourismussteuer oder die Olympiaidee schmackhaft zu machen, habe ihm zu schaffen gemacht. Rückblickend bilanziert er: «Bei so grossen Kisten muss man das Volk noch besser einbinden und informieren».

Weltreise und keine Kandidatur für den Nationalrat

Nach seiner Regierungskarriere geht Hansjörg Trachsel nun als erstes auf eine Weltreise. Unter anderem fährt er mit einer Frau nach Neuseeland, Australien und Indonesien. So will er Abstand vom Politalltag bekommen.

Bereits jetzt sagt er gegenüber dem «Regionaljournal Graubünden», dass er nach seiner Rückkehr sicher nicht für eine Nationalratskandidatur zu haben sei. Seine Partei, die BDP, habe genügend Leute für den frei werdenden Posten in Bundesbern. Auch sei er zu alt, und nach der Zeit in der Exekutive, wolle er nicht noch einmal in der von Parteipolitik geprägten Legislative arbeiten.