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Graubünden Happige Miete: Asylbewerber zahlen 900 Franken für ein Zimmer

Ein einziges Zimmer ohne Bad und Küche: Dafür bezahlt eine Familie in einem Bündner Asylheim bis zu 900 Franken, sobald ein Elternteil arbeitet. Das Migrationsamt verteidigt diese Praxis. Mit der «Miete» würden auch Sozialhilfekosten zurückerstattet. Die Abrechnungen sind jedoch intransparent.

Legende: Audio Kritik an hohen Mieten in kantonalen Asylzentren (19.12.2013) abspielen. Laufzeit 6:13 Minuten.
6:13 min

Im Kanton Graubünden wohnen Asylbewerber grundsätzlich in Asylzentren. Sobald sie arbeiten, müssen sie Miete bezahlen. «Eine Einzelperson zahlt 350 Franken, eine Familie bis zu 900 Franken», sagt Marcel Suter, Leiter des Amts für Migration und Zivilrecht gegenüber «Regionaljournal Graubünden».

Von Miete will Marcel Suter aber nicht sprechen: «Ich weiss, das auf den Formularen von Mietzins die Rede ist». Dies sei der grösste Teil. Aber «es sind nicht Kosten für die Raummiete, sondern es sind Rückerstattungen der Sozialhilfe».

Damit konfrontiert, dass nur der Bund Sozialhilfegelder zurückfordern kann, schreibt der Amtsleiter in einem späteren Mail, die Asylsuchenden würden nur Leistungen mit dieser Pauschale berappen, «die sie während der Zeit ihrer Arbeitstätigkeit beziehen». Dazu gehörten Nebenkosten beispielsweise für die Küche, Beratungen, Medikamente oder Beratungen.

Intransparent und möglicherweise rechtswidrig

Kritik daran übt der Anwalt und Asylexperte Jean Pierre Menge. «Ich erkenne in dieser Praxis eine gewisse Intransparenz und auch Rechtswidrigkeit». So bleibe die Frage offen, ob der Kanton unerlaubterweise Sozialhilfegelder einkassiere. Dies darf nur der Bund, das bestätigt auf Anfrage auch das Bundesamt für Migration.

Falls es sich nur um eine Abgeltung für die laufenden Kosten handle, dann müsste detailliert abgerechnet werden: «Einfach eine Pauschale erheben, das geht nicht». Dazu schreibt Amtsleiter Marcel Suter: «Eine Aufschlüsselung der Pauschalbeträge gibt es nicht».

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10 Kommentare

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  • Kommentar von H. Frühling, Bern / Zürich
    Wenn da verschiedene Leistungen abgegolten werden, kann man das ja offen ausweisen. Pauschalen für "Nebenkosten beispielsweise für die Küche, Beratungen, Medikamente oder Beratungen" erscheinen da eher zweifelhaft, dürfen jedoch bei einem rechtsbürgerlichen Kanton nicht erstaunen. Korrekt müsste es ja wohl heissen: Unsere Wohnungen sind wegen den Bergen und so weiter im höheren Preissegment angesiedelt: 3'600 = 4 Zi für 2'000.-, Küche und Bad 500.- Beratung (2) 200.- und 900 für Medikamente / M
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  • Kommentar von Fritz Gross, Valle
    Ja Sollen sie den Gratis da wohnen? glaube nicht! Wir wenn wir ins alter kommen oder pflege fahl werten, und in ein Heim müssen bezahlen wir über 4000.00 sFr. Ohne spezielle Pfleg das kommt noch separat dazu.
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    1. Antwort von L.Zuber, Bern
      Ich bin völlig ihrer Meinung. Was denken sich diese Leute nur? 900 Franken für ein Zimmer ohne Bad und Küche? Viel zu wenig!! Diese Flüchtlinge haben sowieso alle viel zu viel Geld! Wie wir ja wissen, flüchten immer nur die Reichen, weil die zu viel Essen haben und vom Krieg verschont werden. Schalten Sie bitte das nächste Mal ihr Gehirn ein, bevor sie Kommentare schreiben... Das sind Flüchtlinge, die haben GAR NICHTS. Zudem ist 900 Franken auch so für ein solches Zimmer völlig übertrieben...
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    2. Antwort von Hans König, Häusernmoos
      @ Herr Gross: Sie haben noch alte Zahlen im Kopf. Für meine Tante mussten wir über Fr. 5'000.- / Mt, plus noch der Anteil der Pflegekosten in einem Zweierzimmer bezahlen (nahezu Fr. 10'000.-). Mir ist noch nicht klar, wer - als "Normalsterblicher" - in Zukunft diese hohen Kosten noch zahlen kann.
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  • Kommentar von Hans König, Häusernmoos
    Das ist das Ergebnis der unkontollierten Masseneinwanderung. Sollte dieser Trend ungebremst weitergehen, so werden die Mieten nochmals steigen und den Familien bleibt Ende Monat noch weniger im Portemonnaie. Die Leidtragenden ist der Mittelstand und die Bevölkerungsgruppe, welche schon heute auf Sozialleistungen angewiesen ist.
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