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Haus zum Arcas Brandschutz und Behinderte gingen vergessen

Seit Anfang Woche befindet sich die Churer Stadtbibliothek am Postplatz. Am alten Standort im «Haus zum Arcas» stehen die Räume leer und ungenutzt. Und das dürfte wohl noch eine Weile so bleiben.

Legende: Audio Urs Marti: «Wir haben die Kosten für den Umbau unterschätzt» abspielen. Laufzeit 03:37 Minuten.
03:37 min, aus Regionaljournal Graubünden vom 29.08.2018.

Es war ein mutiger Schritt. Zum ersten Mal überhaupt führte die Stadt Chur einen Ideenwettbewerb für die künftige Nutzung einer Immobilie durch. Aus über 50 Ideen wurden Anfang Mai drei Siegerprojekte für das «Haus zum Arcas» gekürt, in dem sich bis vor kurzem die Stadtbibliothek befand.

Diese drei Projekte wurden inzwischen in Zusammenarbeit mit der Stadt konkretisiert. Doch nun stockt es, wie die Zeitung «Südostschweiz» diese Woche berichtete. Laut Stadtpräsident Urs Marti ist neu erst im 1. Halbjahr 2019 mit einem Entscheid für den Umbau zu rechnen.

Im Interview mit dem «Regionaljournal Graubünden» nimmt Stadtpräsident Urs Marti Stellung, untenstehend eine Zusammenfassung des Interviews «Wir haben die Kosten für den Umbau unterschätzt» (siehe Audio oben).

SRF News: Stadtpräsident Urs Marti, Sie reissen plötzlich einen Stopp. Was ist schief gelaufen?

Urs Marti: Am Haus sind verschiedene bauliche Massnahmen nötig: Im Bereich der Sicherheit, Brandschutz und der Behindertengängigkeit. Weil die Siegerprojekte teilweise viele Leute ins Gebäude bringen, müssen wir diese baulichen Massnahmen treffen. Und diese Massnahmen kosten mehr, als in der Kreditkompetenz des Stadtrates liegt. Deshalb muss der Gemeinderat entscheiden.

Warum merkt man das erst jetzt?

Erst seit bekannt ist, welche Projekte gewonnen haben, wissen wir, welche Konzepte weiterverfolgt werden. Und da gibt es gesetzliche Bestimmungen. Sobald das Haus öffentlich ist, braucht es in Sachen Behindertengängigkeit, Brandschutz und Fluchtwege bauliche Massnahmen. Sobald Gruppen über 50 Leuten in einem Gebäude sind, gelten andere Vorschriften. Es ist aufwändiger als wir gedacht haben. Wir haben mit Kosten zwischen 500'000 bis 800'000 Franken gerechnet, doch es wird deutlich teurer werden.

Laut einer Aussage von Urs Marti gegenüber der Zeitung «Südostschweiz» belaufen sich die Kosten neu «nach einer ersten Grobschätzung auf 2,5 bis zu drei Millionen Franken». Ab einem Kredit von drei Millionen Franken ist eine Volksabstimmung nötig.

Haben Sie etwas falsch gemacht?

Wir haben die Höhe der Kosten für den Umbau unterschätzt. Umso wichtiger ist nun ein sauberes Vorgehen. Wenn die Kosten nämlich noch leicht wachsen würden, müsste sogar das Volk entscheiden. Und damit haben wir im Vorfeld des Projekts nicht gerechnet.

Das Gespräch führte Stefanie Hablützel.

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