Johanna Garbald-Gredig wollte mehr als nur Strümpfe stopfen

Johanna Gredig, gebürtige Romanin, ist in Zuoz aufgewachsen. Schon in jungen Jahren trifft sie ihren zukünftigen Mann Agostino Garbald. Nach nur drei Treffen der beiden ist klar, sie werden heiraten.

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Bildlegende: Johanna Garbald Gredig Johanna Garbald Gredig Fondazione Garbald, Castasegna (Foto: Andrea Garbald)

Die Details ihres zukünftigen Zusammenlebens erörtern die zukünftigen Eheleute in einem Briefwechsel. Dieser lagert im Staatsarchiv in Chur. Rund um das 150-Jahre-Jubiläum der Dynastie Garbald hat sich die Journalistin Anna Serarda Campell mit diesen Briefen beschäftigt. Im Gespräch mit dem «Regionaljournal Graubünden» sagt sie: «Johanna Garbald-Gredig führte damals ein Leben wie es nur wenige Frauen lebten zu dieser Zeit.»

Agostino und Johanna

1861 heiratete sie den Zolleinnehmer Agostino Garbald und zog nach Castasegna im Bergell. Während der ersten 16 Jahre blieb die Ehe kinderlos, so dass Johanna Garbald-Gredig diese Zeit ihrer weiteren Ausbildung und ihrem schriftstellerischen Schaffen widmen konnte. Viele ihrer Werke stammen aus dieser Zeit. Sie war aber auch später - bereits als dreifache Mutter - nach wie vor schriftstellerisch tätig.

Pseudonym Silvia Andrea

Unter dem Namen Silvia Andrea schrieb sie trotz ihrer rätoromanischen Muttersprache immer auf Deutsch. Gerne schrieb sie über starke, emanzipierte und freche Frauen. Den grössten Erfolg hatte sie mit dem Buch «Das Bergell, Wanderungen in der Landschaft und ihrer Geschichte».

Zum 150-Jahr-Jubiläum der Dynastie Garbald werden die Bücher von Johanna Garbald-Gredig aktuell neu aufgelegt. Damit wird das Werk einer vergessenen Frau wieder zum Thema.