Eigene Aufnahmeprüfung Kanton kommt privaten Mittelschulen entgegen

Schüler sitzen am Pult Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die privaten Mittelschulen in Graubünden hätten Nachteile gegenüber Schulen in anderen Kantonen, so die Begründung. Keystone

  • Für den Eintritt in private Mittelschulen in Graubünden müssen Schüler aus anderen Kantonen oder dem Ausland in Zukunft keine kantonale Aufnahmeprüfung mehr absolvieren.
  • Für die pivaten Mittelschulen in Graubünden soll die Rekrutierung von Schülerinnen und Schülern erleichtert werden.
  • Die Bündner Regierung will mit dieser Änderung mögliche Wettbewerbsnachteile der privaten Mittelschulen in Graubünden gegenüber solchen in anderen Kantonen beseitigen.

Die einheitliche kantonale Prüfung für alle Schüler war erst 2015 eingeführt worden. Nach dem ersten Jahr habe man gemerkt, dass die Schülerzahlen spürbar sinken, so Ueli Hartwig, Rektor der Academia Engiadina und Präsident des Vereins der Bündner Mittelschulen. Rund 30 Schüler weniger habe man im Vergleich zu anderen Jahren verzeichnet.

Im Deutsch reicht Niveau B1

Ob potenzielle Schüler die Fähigkeiten für eine erfolgreiche Mittelschulausbildung mit sich bringen, sollen die Schulen neu mit einem eigenen Verfahren prüfen. Dieses muss im Laufe des ersten Schuljahrs stattfinden und ist einfacher als die kantonale Aufnahmeprüfung. So müssen die Schüler und Schülerinnen im Fach Deutsch nur das Niveau B1 erreichen, um eine Mittelschulkarriere starten zu können.

Die kantonale Aufnahmeprüfung an die privaten Schulen gilt nur noch für Schülerinnen und Schüler, deren Eltern in Graubünden wohnen. Regierungsrat Martin Jäger verwehrt sich aber gegen den Vorwurf, es gebe nun eine «Matura Light» für ausserkantonale und ausländische Schüler. Der Kanton habe gleichzeitig neue Qualitätsstandards beschlossen, könne die Prüfungen der Schulen kontrollieren – Ziel seien Maturanden, die fähig seien an der Universität zu studieren.