Kaum private Spenden für Kunst am Bau in Chur

Anfang Mai entschied die Stadt Chur ein Kunstprojekt beim Schulhaus Quader für 120'000 Franken zu sistieren. Die Reaktionen auf den Sparentscheid waren heftig. Eine private Spendenaktion will das Projekt retten. Doch bisher war das Interesse gering.

Das Schulhaus Quader in Chur. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Interesse von privaten Spendern für die Kunst am Schulhaus Quader war äusserst bescheiden. SRF

1000 Franken hatte Roland Anhorn Mitte Mai bei der Stadt Chur deponiert. Er bat den Stadtrat, ein Konto unter dem Titel «Uccelin fürs Schulhaus Quader» einzurichten. Der pensionierte Entwicklungshelfer und Freund von Kunst und Kultur wollte ein Zeichen setzen. Er zeigte sich in einem Brief überzeugt, dass in den nächsten Monaten weitere Spenden für das Werk von Hans Danuser fliessen werden.

Gut eineinhalb Monate später befinden sich auf dem Konto 1300 Franken, sagte auf Anfrage Stadtpräsident Urs Marti. Private haben also 300 Franken gespendet. Die Gründe sind unklar. Die Stadtregierung, so Urs Marti, wolle das Thema nochmals diskutieren, sehe aber das fehlende Interesse in der Bevölkerung als Handicap für das Projekt.

Enttäuscht aber nicht überrascht ist Roland Anhorn. Eine eigentliche Spendenkampagne habe es schliesslich nicht gegeben. Er wertet die wenigen Spenden als Signal an die städtische Politik, dass die öffentliche Hand und nicht der Bürger für die Finanzierung von Kunst am Bau an öffentlichen Gebäuden verantwortlich ist.