Kritik an Arztzeugnis-Pflicht in Graubünden

Die Grippewelle trifft Graubünden besonders hart. Wer das Bett hüten muss, ist oftmals verpflichtet, seinem Arbeitgeber ein Arztzeugnis mitzubringen. Dies verursacht hohe Kosten und ist oft unsinnig, finden Experten.

Gar Schüler müssten heute teilweise ein Arztzeugnis abholen, wie Claude Leissing erzählt. Lessing ist Präsident des Bündner Ärztevereins und betreibt eine Praxis in Bonaduz. «Es nimmt ein Ausmass an, bei dem sehr fraglich ist, ob das einen Sinn hat», sagt Leissing.

Schluss mit Arztzeugnissen

3:39 min, aus 10vor10 vom 5.2.2015

Durch diese Arztbesuche dürften dieses Jahr in der Schweiz zusätzliche Kosten von rund 30 Millionen Franken anfallen, wie das Nachrichtenmagazin 10vor10 rechnet.

Es gibt Unternehmen, die das Problem erkannt haben: Die Graubündner Kantonalbank bezahlt ihren Angestellten die Grippeimpfung. Ein Arztzeugnis will die Bank erst ab dem sechsten Tag sehen. Bei der privaten Medizinaltechnikfirma Hamilton müssen Mitarbeiter nach vier Tagen ein Zeugnis mitbringen, wie es auf Anfrage heisst. Bei der kantonalen Verwaltung Graubünden gilt: Fünf Tage sind in Ordnung, danach brauchts ein Zeugnis.