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Graubünden Kritische Katholiken treten Bistum Chur entgegen

Rund 500 Katholiken haben in Chur ihre Sympathie mit der Pfarrei-Initiative bekundet. Sie fordern eine fortschittlichere Kirche.

Viele Gläubige mit Kerzen
Legende: Unterstützer der «Pfarrei-Initiative» vor dem Sitz des Bischofs von Chur. Keystone

Mitglieder der Pfarrei-Initiative haben Bischof Vitus Huonder in Chur Briefe übergeben, in denen sie auf Reformen in der Kirche pochen. Sie wurden von etwa 400 Sympathisanten begleitet.

Monika Schmid und Martin Grichting
Legende: Seelsorgerin Monika Schmid übergibt Generalvikar Grichting ihre Erklärung. Keystone

Im vergangenen Herbst hatten über 90 katholische Seelsorgende die Pfarrei-Initiative ins Leben gerufen. Ihr Anliegen: Der Alltag in der Kirche entspreche in manchen Punkten schon lange nicht mehr dem, was die Kirchenleitung vorschreibe. So erhielten Andersgläubige die Kommunion oder Laien predigten. Mittlerweile haben fast 500 Seelsorger vorwiegend aus er Deutschschweiz die Initiative unterzeichnet.

In einer Reaktion lehnte die Bischofskonferenz die Pfarrei- Initiative ab. Bischof Huonder der Diözese Chur rief die Seelsorgerinnen und Seelsorger von seinem Gebiet zudem auf, sich ihm schriftlich zu erklären. An der Veranstaltung in Chur liess er den Anwesenden USB-Sticks verteilen, auf denen religiöse Texte zu finden sind, die die Haltung des Bistums bekräftigen.

Huonder droht

Das Bistum Chur hielt in einem Communiqué fest, dass Bischof Vitus Huonder die an ihn gerichteten «Gedanken und Erklärungen» studieren werde. Bis das weitere Vorgehen klar sei, verzichte er zudem auf «Personalentscheidungen» bezüglich aller Personen, welche die Initiative unterstützten.

Auch sei es Bischof Huonder ein Anliegen, in diesem Tagen eng verbunden zu sein mit den Bischöfen von Basel und St. Gallen, hiess es im Communiqué weiter. «Es ist wichtig, dass sich die Bischöfe nicht auseinander dividieren lassen, sondern gemeinsam die Einheit mit dem Papst und der Weltkirche wahren.»

Die Bischöfe von Basel und St. Gallen hatten im Gegensatz zu Huonder nicht mit dem Entzug der Lehrerlaubnis gedroht. Im Communiqué hält das Bistum Chur weiter fest, dass die Regeln der Weltkirche nicht lokal ausgehandelt werden könnten. Auch sei es kein katholisches Prinzip, selber entscheiden zu wollen, worin der biblische Auftrag im Einzelfall bestehe.

Legende: Video Pfarrei-Initiative überreicht Bischof Huonder Protest-Briefe abspielen. Laufzeit 01:06 Minuten.
Aus Tagesschau vom 13.01.2013.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Bauert, Köniz
    Meine Hoffnung ist, dass es mehr Leute gibt, die die katholische Kirche nicht mehr mit ihren Projektionen belasten, sondern hinschauen. Warum sollen die 500 Seelsorger - keine Frauen? - nicht eine innerkirliche «Reformation» oder Veränderung wollen sollen? Frauen arbeiten schon lange als Seelsorgerinnen in der katholischen Kirche! Werden aber nicht erwähnt. Was ist hier falsch: Der Journalismus oder die undeutliche Sprache? Das Zölibat gab es anfangs nicht. Kann abgeschafft werden.
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  • Kommentar von IMFELD MC, LEYMEN
    Christus hat offenbart. Wenn "Glaeubige" diesem Glauben sich widersetzen, warum gehen sie dann nicht in eine Kirche, die sie gewaehren laesst? Koennte es sein, dass Herr KUENG dahinter steckt, der sich eher als ANTIPAPST sieht? Schon 1982 war diese Bewegung in Luzern aktiv, sehr unangenehm uebrigens diesen "Gottesdiensten" zu folgen! Ich habe damals Widersprueche aufgedeckt und der Referent hat daraufhin wuetend den Saal verlassen. Ich war 18 Jahre alt. So jung und habe das Problem erkannt!!!.
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    1. Antwort von Josef Müller, Hedingen
      Ja, es gibt offenbar die SEINEREN und die SEINEN, wobei hier die, welche sich als die SEINEREN fühlen, kein Erbarmen für die SEINEN zeigen. Die katholische Kirche ist im Selbstverständnis heraus die universelle Kirche. Wenn ein Katholik aus seiner Frömmigkeit heraus andere Katholiken in eine andere Kirche wegweisen möchte, sollte er sich überlegen, ob es nicht einen Weg des 'Sowohl als Auch' gibt. Die katholische Kirche hätte darin einen Reichtum, den sie nicht auf's Spiel setzen sollte.
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  • Kommentar von Paul Wiederkehr, Wintehur
    Die katholische Kirche hinkt nun mal 300 Jahre hinterher. Wie lange hat sie gebraucht um die Erkenntnisse von Galilei und Kepler zu akzeptieren. Hat Vitus das überhaupt bemerkt? Meine Hoffnung liegt in der jüngsten Generation. Sie ist aufgeklärt, kritisch, selbstbewusst. Und sie gibt der Kirche die einzige, richtige, klare Antwort und ignoriert machtbesessene klerische Wichtigtuer. Der Herrgott verdient sein momentanes schlechtes Personal wirklich nicht.
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    1. Antwort von IMFELD MC, LEYMEN
      Das "Personal" sind geweihte Priester und zwar geweiht durch den HL; GEIST. Sie haben entsprechende Gnaden, den Glauben nach dem Willen Christi korrekt weiterzugeben!!! Man scheint in dieser Bewegung nichts begriffen zu haben vom katholischen Glauben, schade!!!
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