Lincoln und Wiener Kongress: Schätze im Kreisarchiv Rhäzüns

Die Kreise sind wichtiger Teil der Bündner Geschichte. 1851 folgten sie auf die Gerichtsgemeinden. Doch bald ist Schluss: Ende Jahr werden die Kreise aufgelöst. Damit stellen sich Fragen insbesondere für die Archive, die wichtige Dokumente der Geschichte sichern. Ein Besuch im Kreis Rhäzüns.

Er ist einer der Letzten. Noch zehn Monate ist Pierino Casutt Kreispräsident von Rhäzüns. Der 67-jährige arbeitet zurzeit 15 Prozent für den Kreis. Die meisten Aufgaben haben bereits andere Gremien übernommen. Ende 2015 ist mit den Kreisen endgültig Schluss, dann übernehmen die Regionen alle Aufgaben.

Pierino Casutt hält einen Stapel gelber Karton-Mäppchen in seinen Händen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der letzte Kreispräsident von Rhäzüns: Pierino Casutt mit einem Bündel von Aktenverzeichnissen. SRF

Offen ist die Frage, was nun mit den Akten im Kreisarchiv passiert. Die Dokumente faszinieren Pierino Casutt, der früher Lehrer war. Sei es eine Kondolenzkarte an die Amerikanische Union nach der Ermordung des US-Präsidenten Abraham Lincoln 1865. Oder Sabotageakte gegen verhassten Autos 1924 in Graubünden. Die Dokumente würden aus dem Alltag der Menschen im Kreis Rhäzüns mit den Gemeinden Domat/Ems, Rhäzüns und Bonaduz erzählen.

Sorgenkind Archiv

Entschieden ist, dass die Kreisarchive an die Regionen übergeben werden sollen. Für den Kreispräsidenten Casutt sind jedoch noch einige Punkte offen: Wie müssen die Akten geordnet werden, müsste man nicht ein Ordnungssystem einführen? Pierino Casutt wartet nun auf das entsprechende Merkblatt, dass das Staatsarchiv Graubünden in Aussicht gestellt hat.