Mehrzweckhalle: Vals bäckt kleinere Brötchen

Ein grosser Saal für Konzerte, eine Dreifachhalle, ein Ort für die Jugend: Das versprach 2012 Unternehmer Remo Stoffel, falls er den Zuschlag für die Therme in Vals bekomme. Die Mehrzweckhalle steht bisher nicht. Man arbeite an Plänen für eine kleinere Halle, sagt der Gemeindepräsident.

Auf der Wunschliste der Gemeinde Vals steht schon seit langem eine Mehrzweckhalle. Vor zweieinhalb Jahren ergab sich die Gelegenheit dazu: Zwei Investoren wollten das Juwel des Dorfs, die Therme Vals übernehmen.

Den Zuschlag bekam am 9. März 2012 an der Gemeindeversammlung der Unternehmer Remo Stoffel. Teil seines Angebots waren sechs Millionen für eine solche Halle.

Im Vorfeld kursierten sogar Visualisierungen der Halle, die noch heute auf dem Internet unter myvals.ch zu finden sind. Unterdessen haben sich die Pläne von Remo Stoffel und seinem Geschäftspartner Pius Truffer geändert. Vor knapp einem Monat präsentierten die beiden auf dem Dorfplatz bei strömenden Regen ihre Pläne für einen Garten des japanischen Stararchitekten Tadao Ando.

Ratlose Stimmen in Vals

Nach der Präsentation äusserten sich mehrere Leute gegenüber Radio SRF ratlos bezüglich der Pläne für die versprochene Mehrzweckhalle. Einige Tage später informierte der Gemeindevorstand an einer Versammlung über die aktuellen Pläne. Geplant sei eine einfache Halle neben dem Schulhaus sowie Aussenanlagen beim Sportplatz, sagt auf Anfrage Gemeindepräsident Stefan Schmid.

Das Projekt sei in der Tat kleiner als 2012. Doch eine Umfrage bei den Vereinen letztes Jahr habe gezeigt, dass das Bedürfnis für eine Dreifachhalle im Dorf überhaupt nicht vorhanden sei. Auch sei man der 7132 AG - dem Unternehmen von Remo Stoffel - entgegengekommen, um die Pläne für den japanischen Garten nicht zu gefährden.

Dafür werde die neue Halle im Besitz der Gemeinde sein, sagt Stefan Schmid weiter. Dies sei ein Vorteil gegenüber der Lösung einer gemeinsamen Nutzung, wie sie bei der Abstimmung 2012 vereinbart worden war. Laut Botschaft zur Abstimmung muss die Gemeinde bis Ende März 2015 über ein Projekt abstimmen.

(Regionaljournal Graubünden, 17:30 Uhr)