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Interview mit dem Dokumentarfilmer Marcus Vetter
Aus Regionaljournal Graubünden vom 20.01.2020.
abspielen. Laufzeit 11:57 Minuten.
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Nah dran am WEF «Ich kann nicht sagen, ob das WEF etwas Positives bewirkt»

Der deutsche Filmemacher Marcus Vetter hat zwei Jahre lang hinter den Kulissen des WEF in Davos gefilmt. Entstanden ist ein Dokumentarfilm, der die Mechanismen des Weltwirtschaftsforums aufzeigt.

Was passiert, wenn sich die mächtigsten Menschen der Welt am WEF in Davos treffen? Auf diese Frage suchte der deutsche Filmemacher Marcus Vetter ein Antwort. Rund zwei Jahre lang filmte er hinter den verschlossenen Türen in Davos. Entstanden ist ein Dokumentarfilm, der einfängt wie sich beispielsweise ein Jair Bolsonaro, ein Donald Trump oder Greenpeaceaktivistin Jennifer Morgan bewegt am Anlass. Stefanie Hablützel hat mit dem deutschen Filmamacher über das WEF und über Klaus Schwab gesprochen.

Marcus Vetter

Marcus Vetter

Deutscher Fimemacher

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Marcus Vetter ist deutscher Dokumentarfilmer und mehrfacher Grimme-Preisträger. Der Grimme-Preis gilt als einer der wichtigsten Preise für Qualitätsfernsehen in Deutschland.

SRF News: Ihr Film dauert ganze zwei Stunden, gibt es für Sie eine Schlüsselszene?

Marcus Vetter: Es gibt da eine spannende Szene mit Jair Bolsonaro. Zuerst steht er alleine da, wird fast links liegen gelassen von anderen WEF-Teilnehmern. Dann geht Al Gore auf ihn zu. Er spricht mit dem brasilianischen Präsidenten über den Regenwald, darüber, dass man den Amazonas schützen müsse. Es entsteht ein interessantes Gespräch zwischen den beiden. Dann sucht auch Jennifer Morgan von Greenpeace den Kontakt zu Bolsonaro. Eigentlich möchte sie ihm die Leviten lesen, doch sie wird einfach abgefertigt von ihm. Die Szene zeigt wie schwierig es ist, eine Botschaft zu platzieren oder die richtigen Worte rauszubringen, wenn man einem Menschen wie Bolsonaro gegenüber steht.

Sie durften nicht immer filmen, welche Einschränkungen hatten Sie?

Wir haben mit Klaus Schwab ausgemacht, dass er uns ein Handzeichen gibt, wenn wir nicht dabei sein dürfen. Es ging mir auch nicht darum jedes Gespräch bis zum Ende abzudrehen.

Ich akzeptiere, dass bestimmte Entscheidungen erst mal nichts für die Öffentlichkeit sind. Wir wollten einfach so nah wie möglich ran zu kommen, und das hat Klaus Schwab zugelassen. Ich durfte dabei sein bei einem wichtigen Gespräch mit Burmas Präsidentin Aung San Suu Kyi, ich durfte dabei sein als Donald Trump CEO’s traf, die ihm an den Lippen klebten und ihm vorschwärmten wie sie in den USA investieren wollten. Mehrfach durften wir durchaus intime Momente einfangen mit der Kamera.

Für mich ist das WEF ein schwer fassbares, ein flimmerndes Gebilde. Wie geht es ihnen, nach der Arbeit an diesem Film, wissen Sie nun was das WEF ist und wem es dient?

Nein, ich weiss es nicht. Ich kann ihnen nicht sagen, ob Gebilde wie die UNO oder das WEF am Ende etwas Positives bewirken.

Ich kann nur sagen, dass der Mensch Klaus Schwab meines Erachtens etwas Positives wollte. Und wir müssen uns alle an der eigenen Nase nehmen. Wir müssen uns fragen, was wir selber machen wollen und ob wir selber bereit sind jeden Morgen aufzustehen, um die Welt zu verändern.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass es Herrn Schwab nicht um den eigenen Profit geht. Dafür würde er nicht jeden morgen um halb Sieben aufstehen und am Abend mit dem Tagesthema oder der Tagesschau wieder ins Bett gehen.

Das Gespräch fürhte Stefanie Hablützel

Video
Der Dokumentarfilm zum WEF «Das Forum»
Aus Tagesschau vom 15.01.2020.
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