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Legende: Audio Von Gewinnern und Verlieren in der Vogelwelt. abspielen. Laufzeit 11:31 Minuten.
11:31 min, aus Regionaljournal Graubünden vom 11.12.2018.
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Neuer Brutvogelatlas «Mehr Vogelarten, weniger Vögel»

Mit dem Schweizer Brutvogelatlas 2013-2016 hat die Schweizerische Vogelwarte ein umfangreiches Werk veröffentlicht. Im Atlas enthalten sind die aktuellen Vorkommen, die Häufigkeit und die Höhenverbreitung aller Brutvögel in der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein. Christoph Meier-Zwicky hat zum Gelingen des Brutvogelatlas beigetragen.

Christoph Meier-Zwicky

Christoph Meier-Zwicky

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Der Malanser hat bis 2015 als Facharzt für Allgemeine Innere Medizin gearbeitet. Die Ornithologie war immer seine Leidenschaft, er leitet seit über 35 Jahren die Ornithologische Arbeitsgruppe Graubünden. Für den Brutvogelatlas 2013-2016 war er viele Stunden unterwegs, um die Verbreitung der Vögel zu kartieren.

SRF News: Über 600 Seiten dick ist der neue Brutvogelatlas 2013 bis 2016. Was zeigt dieses Werk auf?

Christoph Meier-Zwicky: Wir haben zwischen 2013 und 2016 Brutvögel erfasst. Der Atlas zeigt nun deren Verbreitung und die Bestandesentwicklung auf. Vor 20 und vor 40 Jahren wurden schon Brutvogelatlanten geschrieben, zudem wurde ein Atlas im Nachhinein für die 50er-Jahre verfasst. Damit lassen sich die Zahlen vergleichen.

Grob zusammengefasst: Wie geht es der Vogelwelt in Graubünden?

Das Bild ist das gleiche wie in der ganzen Schweiz. Generell gibt es heute weniger Vögel aber mehr Vogelarten. Deutlich zurückgegangen sind Langstreckenzieher, die im südlichen Afrika überwintern. Zugenommen haben die Bestände häufiger Arten. Allerdings muss man das Bild der verschiedenen Lebensräume betrachten. Beispielsweise geht es den Waldvögeln gut. Der Schwarzspecht etwa hat zugenommen, ähnlich schaut es bei den anderen Spechtarten aus.

Anders sieht es im Kulturland aus. Hier bereitet die Eintwicklung vielen Arten Probleme...

Ja, lange war Graubünden Rückzugsort für Feldlerche, Braunkehlchen, Wendehals, Wiedehopf und so weiter. Die Bestände sind aber auch in Graubünden massiv zurückgegangen. Die Feldlerche ist etwa verschwunden aus den tiefen Lagen. Die Bodenbrüter können in der intensiven Landwirtschaft nicht mehr brüten, es wird zu früh gemäht. Zudem gibt es weniger Blumenwiesen, womit auch die Insekten weniger werden.

Schauen wir noch auf den alpinen Lebensraum. Hier bereitet das Alpenschneehuhn den Ornithologen Sorgen. Wie steht es um die Schneehühner?

Die Klimaerwärmung drängt das Schneehuhn in immer weitere Höhen zurück, der Lebensraum schrumpft. Das heisst also, auch hier gehen die Bestände zurück.

Wird das Alpenschneehuhn aussterben?

Das denke ich nicht. Es wird aber immer weniger Schneehühner geben. Man muss sich hier auch überlegen, ob es noch zeitgemäss ist, Jagd auf Schneehühner zu machen.

Es gibt also viele Beispiele für Vogelarten, die im Vergleich zum letzten Brutvogelatlas, heute weniger verbreitet sind. Welche Arten gehören zu den Gewinnern?

Die Greifvögel. Etwa der Rotmilan, dessen Bestand in den letzten Jahren massiv zugenommen hat - nicht zuletzt in Graubünden. Gewonnen haben aber auch Steinadler, Sperber oder Wanderfalke.

Das Gespräch führte Marc Melcher.

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