Neuer Vorschlag für gedeckte Eishalle in Chur

Anfang Februar sagten die Churer Nein zu neuen Sportanlagen – unter anderem zu einem gedeckten Eisfeld. Nun präsentiert Architekt Thomas Domenig einen neuen Vorschlag. Gleichzeitig korrigierte er eine falsche Aussage während des Abstimmungskampfs. Ungewiss ist die Zukunft der Herbstmesse Gehla.

Eishalle von innen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Eishalle in Grüsch diente dem Büro Domenig als Vorbild für ein Projekt in Chur. SRF

Am Freitag Morgen lud Architekt Thomas Domenig senior zur Pressekonferenz in «City West». Die Hochhäuser sind das jüngste Projekte seines Architekturbüros, das nun von den Söhnen geführt wird. Hauptthema war der Eissport. Seit Jahrzehnten engagiert sich Domenig als Mäzen des EHC Chur, nun will er einen neuen Vorschlag einbringen, wie die Stadt zur dringend benötigten zweiten gedeckten Eishalle kommen könnte.

Domenig schlägt eine gedeckte Eisfläche für 7,5 Millionen Franken vor. Das ist die Hälfte des stadträtlichen Vorschlags. Pläne oder detaillierte Beschreibungen gab es nicht zu sehen. Die Pläne seien in diesen Tagen unterwegs zum Stadtrat.

Der Vorschlag des Stadtrates war Anfangs Februar knapp an der Urne gescheitert. Damals Widerstand geleistet hatte – Thomas Domenig senior. Die vorgeschlagene Eishalle sei zu teuer, war damals seine Begründung. Im Vorfeld hatte sein Büro aber nicht am Wettbewerb für die Halle teilgenommen. Domenig begründete dies heute mit vagen Vorwürfen an die Adresse der Stadt, die seine Projekte nicht berücksichtigen würden. Konkret belegen konnte er diese aber nicht.

Falsche Aussage während des Abstimmungskampfs

Domenig wehrte sich weiter auch vehement gegen die multifunktionale Sporthalle, die schliesslich auch an der Urne abgelehnt wurde. Architekt Domenig warnte mit drastischen Worten: Der Bau der Sporthalle gefährde die Durchführung der Herbstmesse Gehla, eines der Produkte aus dem Hause Domenig. Gegenüber der Südostschweiz vom 19. Dezember 2013 begründete er dies mit folgenden Worten: «Ohne Gehla gäbe es auch keinen EHC Chur mehr». Die Zeitung schrieb weiter: «Aus den Einnahmen der Gehla fliessen gemäss Domenig Jahr für Jahr 300'000 Franken in die Kasse des EHC».

Davon war heute keine Rede mehr, im Gegenteil: Domenig kündete an, die Gehla ab 2015 nicht mehr durchzuführen. Dabei war zu erfahren, dass es gar keine Einnahmen aus der Gehla gibt. Wenn man alle Ausgaben miteinrechne, schliesse die Herbstmesse mit einer schwarzen Null. Auf die Frage an Thomas Domenig, ob er vor der Abstimmung mit falschen Aussagen Abstimmungskampf gemacht habe, antwortete dieser sinngemäss: Nein, man habe jetzt einfach nochmals neu gerechnet.

Gelassener Stadtrat

Bei der Stadt Chur bleibt Stadtrat Tom Leibundgut gelassen. Man habe Interessenten für die künftige Durchführung der Gehla. Die Post mit den Eishallen-Plänen sei noch nicht eingetroffen, man schaue das Projekt gerne an. Leibundgut ist gespannt, ob sich das Projekt so günstig realisieren lässt.

Schliesslich war auch noch der EHC Chur ein Thema an der Medienkonferenz von Thomas Domenig senior. Er teilte mit, dass er künftig noch die 1. Mannschaft des EHC mit maximal 100'000 Franken sponsore. Kein Geld gebe es mehr für die Nachwuchsförderung.