«Wir wollen kleine und feine Spiele»

Davos und St. Moritz wollen die Olympischen Winterspiele 2022 nach Graubünden holen. Sie reichen morgen Donnerstag eine Konzeptskizze bei Swiss Olympic ein. Die Bündner Kandidatur soll eine Alternative zum Gigantismus städtischer Austragungsorte sein.

«Wir wollen einfachere Spiele als bisher», sagte Tarzisius Caviezel, Bündner FDP-Nationalrat und Vorsitzender der Olympia-Arbeitsgruppe, am Mittwoch in Chur. Die Arbeitsgruppe sei gegen Gigantismus. Mit wenigen Ausnahmen lägen die Wettkampfstätten in unmittelbarer Umgebung von Davos und St. Moritz.

Die Bündner Olympia-Träume werden von Politikern und Touristikern der beiden Ferienorte sowie von der Kantonsregierung unterstützt. Swiss Olympic will bis im November alle Bewerberdossiers sichten und entscheiden, ob die Schweiz kandidieren soll und wenn ja, mit welcher Region.

Klein und fein - nur in der Theorie

Kritisch dazu äussert sich Anita Mazzetta vom WWF Graubünden. «Eine grössere Stadt wäre besser für die Naturverträglichkeit», sagte Anita Mazzetta gegenüber Radio DRS. Kleine Olympische Winterspiele seien in der Praxis kaum umsetzbar, weil Davos und St. Moritz nicht die nötige Infrastruktur hätten.

Neben Graubünden signalisierten Genf, Bern und das Wallis Interesse. Unklar ist, ob sie tatsächlich eine Bewerbung bei Swiss Olympic einreichen. Die Eingabefrist läuft am morgigen Donnerstag ab.