Ornithologen fordern Verbot am Silvaplanersee

Vor sechs Jahren wurde am Ufer des Sees ein Renaturierungsprojekt gestartet. Nun schlüpfen hier seltene Vögel. Nachdem aber in diesen Tagen Flussregenpfeifer-Küken verschwunden sind, fordern Fachleute jetzt ein Begehungsverbot.

Ein Flussregenpfeifer mit einem Jugen am Silvaplanerseee. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Flussregenpfeifer am Silvapanersee sind verschwunden und die Ornithologen machen sich Sorgen. zvg

Letztes Jahr sind am Silvaplanersee zum ersten Mal in der Schweiz Zitronenstelzen zur Welt gekommen. In diesem Jahr nun sind vier Flussregenpfeifer geschlüpft. Auch dieser Wattvogel ist äusserst selten. Laut Experten ist diese Vogelart in ganz Europa noch kaum je so hoch oben geschlüpft.

Ornithologen haben die Brut ständig beobachtet. Bereits nach wenigen Tagen sind die ersten beiden Küken verschwunden. Seit dem 17. Juli habe man auch die anderen beiden Vögelchen nicht mehr gesehen, sagt David Jenny, Ornithologe aus der Region. Jenny hofft nun, dass die Tiere wieder auftauchen.

Temporäres Verbot

Bereits klar ist für Fachleute, dass die Vögel am Silvaplanersee in Zukunft noch besser geschützt werden müssen. Sie fordern ein zeitlich begrenztes Begehungsverbot auf dem Flussdelta. Davon nichts wissen will die Gemeinde Sils. Die Verantwortlichen setzten hier auf zusätzliche Information.