Regierung nimmt Stellung zur «Schule light» im Asylheim Löwenberg

Das Amt für Volksschule ist offenbar doch zuständig für die Schule im Transitzentrum Löwenberg. Dies sagte Regierungsrat Martin Jäger in der Fragestunde des Grossen Rats. Die Kinder im Asylzentrum Schluein haben bis zu einem Viertel weniger Unterricht.

Die interne Schule im Transitzentrum Löwenberg soll Kinder und Jugendliche innerhalb von höchstens zwei Jahren auf die Volksschule vorbereiten. Deutsch und Mathematik dominieren. Die Kinder und Jugendlichen haben bis zu einem Viertel weniger Unterricht als in der Volksschule.

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Streitpunkt Geld

Regierungsrat Martin Jäger gestikuliert mit den Händen

Erziehungsdirektor Martin Jäger Keystone

Bisher finanzierte das Erziehungsdepartement die zwei Schulen in Asylzentren. Damit nicht einverstanden ist Regierungsrat Martin Jäger: «Wer die Organisation macht, soll auch für die Kosten zuständig sein». Deshalb solle künftig das Migrationsamt die rund 400'000 Franken berappen. Die Regierung entscheide darüber in den nächsten zwei Wochen.

«Wer genehmigt diese Stundenpläne, wer hat die pädagogische Aufsicht», fragte sich SP-Grossrätin Sandra Locher nach den Berichten im «Regionaljournal» von Radio SRF. In der Fragestunde des Grossen Rats wollte sie von der Regierung wissen, wer die Schule beaufsichtigt und ob es Pläne für einen geregelten Übertritt an die Regelschule gibt.

Die überraschende Antwort von Regierungsrat Martin Jäger: «Die Aufsicht obliegt dem Amt für Volksschule und Sport.» Bisher hatte das Amt die Verantwortung von sich gewiesen. Gegenüber Radio SRF sagte vor einem Monat Andrea Caviezel, Leiter des Schulinspektorats, es gebe keinen Auftrag, die Löwenberg-Schule zu beaufsichtigen oder zu evaluieren.

Abschlägig antwortete Martin Jäger auf die Frage, ob es künftig ein Konzept für den Übertritt der Asylbewerberkinder an die Regelschule gibt. Dies sei nicht zielführend. Sinnvoller sei es, den jeweiligen Einzelfall zu beurteilen.