Repower steigt bis 2015 aus Saline Joniche aus

Der Stromkonzern Repower nimmt Abschreiber von 220 Millionen Franken vor. Ausserdem hat der Verwaltungsrat einen geordneten Ausstieg beim Projekt in Kalabrien bis spätestens 2015 beschlossen.

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Bildlegende: Repower zieht sich aus dem Projekt Saline Joniche zurück. Keystone

Der Bündner Stromkonzern Repower ist wegen der schwierigen Lage auf dem Energiemarkt über die Bücher gegangen und hat entschieden, auf Projekten, Verträgen und Anlagen total 220 Millionen Franken abzuschreiben. Die Wertberichtigung führt zu einem Verlust im Geschäftsjahr 2013. Repower selber schreibt von einem «substanziellen Reinverlust» im laufenden Geschäftsjahr.

Weiter teilte die Gesellschaft mit, der Ausstieg aus dem Kohlekraftwerkprojekt im süditalienischen Sanine Joniche erfolge bis spätestens Ende 2015. Der Konzern, der sich mehrheitlich im Besitze des Kantons Graubünden befindet, wurde in der September-Abstimmung verpflichtet, nicht mehr in Kohlekraftwerkprojekte zu investieren. Eine entsprechende Volksinitiative war hauchdünn mit 137 Stimmen Differenz angenommen worden.

Die Wertberichtigungen von Repower sind das Resultat einer Marktanalyse. Der Konzern mit Sitz in Poschiavo rechnet eigenen Angaben zufolge nicht mit einer raschen Trendumkehr der schwierigen Verhältnisse. Nach den deutschen Wahlen sei davon auszugehen, dass eine konsequente und wirksame Energiemarktreform auf sich warten lassen werde, schreibt das Energieunternehmen. Die Förderung der neuen erneuerbaren Energien werde voraussichtlich weiterhin auf der Basis von marktverzerrenden Einspeisevergütungen erfolgen.

Preise im Keller

Auch die schweizerische Energiepolitik zeige keine Weichenstellung hin zu marktorientierten Fördersystemen. Daher müsse davon ausgegangen werden, so Repower, dass sich die sehr tiefen Strompreise in absehbarer Zeit nicht erholten.

Das Bundesamt für Energie hatte letzte Woche eine Studie vorgestellt, wonach sich Wasserkraft-Projekte im aktuellen Marktumfeld praktisch nicht wirtschaftlich betreiben lassen. Die tiefen Preise gefährden nach Einschätzung der Strombranche sogar die Rentabilität der Wasserkraft. Von den Wertberichtigungen zu Lasten der Rechnung 2013 sind laut Repower insbesondere laufende Kraftwerkprojekte betroffen. Auf diesen Projekten beträgt der Abschreiber 110 Millionen Franken. Wertberichtigt mit zusätzlich je 55 Millionen Franken werden langfristige Verträge sowie aufgrund aktualisierter Preiserwartungen Anlagen im In- und Ausland.

Das operative Ergebnis 2013 wird gemäss dem Energiekonzern um etwa 10 Prozent unter jenem von 2012 liegen - und zwar vor den ausserordentlichen Wertberichtigungen. Repower verfüge aber nach wie vor über eine starke Bilanz und über eine solide Finanzierung.